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dem amerikaniſchen Continent ſtattgefunden. Der Freund der wahren Freiheit ſollte unter ſolchen Umſtänden nie vergeſſen, daß die Bahn zum Deſpotismus an den Gränzen des Moraſtes der Zügelloſigkeit hinläuft, wenn ſie auch nicht eben in deren Tiefen ſich hineinwälzt.
Als Malbone und ich uns wieder zurückzogen, nachdem wir einen Blick auf die Scene im Innern des Hauſes geworfen, erzählte er mir ausführlicher und im Einzelnen Alles, was mit ſeinem Thun und den von ihm ergriffenen Maßregeln zuſammenhing. Der Leſer weiß bereits, daß mittelſt einer Begegnung des Indianers und des Negers im Walde meine Freunde die erſte Nachricht erhielten von meiner Gefangenſchaft und von der muthmaßlichen Gefahr, worin ich ſchwebte. Kettenträger, Dus und Jaap brachen unverweilt nach der Lichtung Tauſendacres' auf, während Malbone nach Ravensneſt eilte, um geſetzliche Hilfe zu holen und eine bewaffnete Macht, um meine Befreiung ſicher zu bewirken. Alle Umſtände des Falles hin und her überlegend, und höchſt wahrſcheinlich auch eine übertriebene Vorſtellung von dem bösartigen Charakter Tauſendacres' ſich machend, war mein neuer Freund, als er das Neſt erreichte, in einem Zuſtand der fieberhaften Aufregung. Sein Erſtes war, daß er eine kurze Angabe und Darſtellung der Umſtände an meinen Vater ſchrieb, und dieſen Brief durch einen beſondern Boten abſchickte, mit dem Befehl, nach Fiſhkill zu eilen, wo gerade die ganze Fa⸗ milie auf Beſuch bei der Familie Kettletas ſich befand, und zu Land oder zu Waſſer zu reiſen, je nachdem der Wind günſtig wäre. Ich war betroffen über dieſe Nachricht, denn ich ſah augenblicklich voraus, daß dieſe Kunde nicht nur den General ſelbſt, ſondern auch meine gute Mutter und Kate, und wahrſcheinlich auch Tom Bayard in ihrem Gefolge, in größtmöglichſter Eile und Haſt nach Ravens⸗ neſt führen werde. Sie konnte ſogar meine treffliche Großmutter veranlaſſen, ſich ſo weit weg von ihrem Hauſe zu wagen; denn die letzten Briefe, die mir zugekommen waren, hatten mir gemeldet, daß ſie Alle auf dem Punkte ſtünden, meine Schweſter Anneke zu


