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Ich will hoffen, daß doch Niemand ein Leid geſchehen iſt um einer ſo armſeligen Veranlaſſung willen.“
„Wir wiſſen von Keinem, außer Euch, Kettenträger, der heute Abend verletzt worden wäre. Das Feuern, das Ihr gehört habt, kommt von der Partei Frank Malbone's, welche ſo eben angekommen iſt und die Squatters verjagt hat, mehr durch Lärm als durch Schaden, der ihnen zugefügt worden.“
„Gott ſei geprieſen! Gott ſei geprieſen! Ich bin erfreut, Frank noch zu ſehen, ehe ich ſterbe, erſtlich um von ihm Abſchied zu nehmen, als einem alten Freunde, und zweitens um ſeine Schwe⸗ ſter Dus ſeiner Obhut und Sorge zu empfehlen. Sie haben Dus Einen von dieſen Squatters zum Manne geben wollen, um Frieden zu machen zwiſchen Dieben und ehrlichen Leuten. Das ginge nim⸗ mermehr an, Frank, da, wie Ihr wohl wißt, Dus die Tochter eines Gentleman und die Tochter einer Lady iſt; und ſie iſt ſelbſt ein gebildetes Frauenzimmer, und kann unmöglich einen plumpen, rohen, ungebildeten, gemeinen Squatter heirathen. Wäre ich jung und wäre ich nicht des Mädchens Oheim, ich würde mir ſelbſt nimmermehr einbilden, daß ich einen paſſenden Ehemann für ſie gäbe, weil ich zu wenig unterrichtet und gebildet bin, um der Gatte eines Mädchens zu ſein wie Dus Malbone.“
„Es iſt jetzt nicht mehr zu befürchten, daß meine Schweſter ein ſolches Unglück betreffe, mein lieber Kettenträger,“ verſetzte Frank Malbone.„Auch glaubte ich, keine Drohungen und Ge⸗
fahren könnten Dus ſo einſchüchtern, daß ſie ihr Wort einem Manne verpfändete, den ſie nicht liebte oder achtete. Sie würden es ſchwer gefunden haben, meine Schweſter zu einer ſolchen Heirath zu zwingen.“
„Es iſt am beſten, ſo wie es iſt, Frank— ja, es iſt am beſten, ſo wie es iſt. Dieſe Squatters ſind recht arge Spitzbuben und würden ſich durch Kleinigkeiten nicht leicht aufhalten laſſen. Und weil wir jetzt bei dieſem Gegenſtande ſind, ſo will ich Euch


