Druckschrift 
Der Kettenträger, / von J. F. Cooper
Entstehung
Einzelbild herunterladen

494

nung, ihr Oheim könne vielleicht einſchlafen, und ſie ſelbſt ſetzte ſich auf einen Stuhl in der Nähe, um bereit zu ſein, wenn er irgend Etwas bedürfe. Ich meinerſeits benützte die Gelegenheit, den Stand der Dinge draußen in's Auge zu faſſen und zu überlegen, welches Verfahren ich einſchlagen ſollte unter den neuen und verzweifelten Verhältniſſen, in die wir uns ſo unerwartet verſetzt ſahen; denn die Zeit einer Entſcheidung war ganz ohne Frage jetzt gekommen.

Es war jetzt beinahe eine Stunde, ſeit die That begangen wor⸗ den war, und da ſaßen noch immer Tauſendacres und ſein Weib, auf beiden Seiten des Feuers, in ſchweigendem Sinnen. Wie ich mich umwandte, nach den Squatters und dem Vater der Sqguatters zu ſehen, ſah ich, daß ſein Angeſicht jenen Ausdruck von trotzigeut Mißmuth angenommen hatte, der bei einem Manne von ſeinen lockeren Grundſätzen und ſeinem heftigen Temperament wohl als un⸗ heilverkündend betrachtet werden durfte. Auch hatten die Nerven⸗ zuckungen bei Prudence noch nicht aufgehört. Mit Einem Wort, dieſe beiden ſonderbaren Geſchöpfe erſchienen nach Verfluß dieſer Stunde ganz noch eben ſo, wie ſie zu Anfang derſelben ſich dem Auge dargeſtellt hatten. Wie ich an ihnen vorbei ſchritt, um nach der Thüre zu gehen, wollte mich bedünken, daß ſogar etwas Groß⸗ artiges in ihrem feſten Beharren in der Schuld liege. Vielleicht ſollte ich jedoch das Weib einigermaßen ausnehmen, deren Unruhe als ein Beweis gelten konnte, daß ſie doch das Vorgefallene bereute. An der Thüre ſelbſt fand ich Niemand; aber zwei oder drei von den jungen Männern beſprachen ſich in nicht großer Entfernung in lei⸗ ſem Tone mit einander. Allem Anſchein nach hatten ſie ein Auge auf das, was im Innern des Gebäudes vorging. Doch redete Kei⸗ ner von ihnen mit mir, und ich fing ſchon an zu glauben, das ſchon begangene Verbrechen habe einen ſo erſchütternden Eindruck auf ſie gemacht, daß ſie an keine weitere Mißhandlungen gegen uns däch⸗ ten, und es ſtehe mir frei, nach Gutdünken und Belieben zu thun und zu handeln. Aber ein Zupfen an meinem Ermel zog meinen