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Der Kettenträger, / von J. F. Cooper
Entstehung
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den Schwächen Jaſon Neweome's einzurichten und davon beſtim⸗ men zu laſſen, und der Pacht war verwilligt.

Ich wünſche hier eine Bemerkung einzuſchalten. Es ſollte allerdings derſelbe Grundſatz eines guten geſellſchaftlichen und ge genſeitigen Verhältniſſes beſtehen und gelten in den Beziehungen zwiſchen Grundherr und Pächter, wie in den andern Verhältniſſen und Beziehungen des Lebens, welcher ein moraliſches Band knüpft zwiſchen Parteien, die in ihren gewöhnlichen Intereſſen genau zu⸗ ſammenhängen, und zwar dieß in einem Grade, daß dadurch Be⸗ vorzugungen und verſchiedene Vorrechte ähnlicher Art ſich bilden. Dieß bin ich weit entfernt in Abrede zu ſtellen, und im Ganzen halte ich dafür, daß unter dieſer ganzen Klaſſe von Beziehungen und Verhältniſſen das in Rede ſtehende als eines der allerbindend⸗ ſten und heiligſten angeſehen werden muß. Aber doch müſſen die rein moraliſchen Rechte und Anſprüche des Pächters bedingt ſein durch ſtrenge Aufrechthaltung aller Rechte des Grundherrn, der geſetzlichen und moraliſchen zuſammengenommen; und Derjenige, der eines der letzteren in Zweifel zieht, verwirkt ſicherlich jeden Anſpruch darauf, ſeine Forderungen erfüllt zu ſehen, ſo fern ſie über das hinausgehen, was der ſtrenge Buchſtabe des Geſetzes ihm einräumt. Der Grundherr, welchereinen neuen Pacht⸗ vertrag dem Individuum bewilligt, das ſeine Rechte, mittelbaroder unmittelbar, zu untergraben ſtrebt, begeht die Schwachheit, einen Feind mit dem Meſſer zu bewaffnen, mit welchem er ſelbſt ſollangegrif⸗ fen werden, neben dem Irrthum, einem Mann Macht einzuräumen, der, unter dem Namen und der Maske

einer unächten Freiheitdie einzigen Bedingungen zu erſchüttern und umzuſtürzen trachtet, unter welchen eine civiliſirte Geſellſchaft beſtehen kann. Wenn Grundherren dieſe Schwäche zeigen, ſich ihrer ſchuldig machen wollen, ſo haben ſie ſich ſelbſt wegen der Folgen anzuklagen.

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