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verfahren. In ſeiner gierigen Gewinnſucht hatte er den Pachtbrief auf das Leben von drei Kindern ausſtellen laſſen, obgleich mein Großvater ihm gerathen hatte, ihn wenigſtens doch auch auf ſein eigenes Leben ſtellen zu laſſen; aber nein!— Mr. Newcome hatte gedacht, das Leben eines Kindes ſei doch beſſer, als das eines Mannes; und drei oder vier Jahre nach Unterzeichnung ſeines Pachtbriefes hatten ſeine einundzwanzig Jahre zu laufen ange⸗ fangen und waren jetzt nahezu erſchöpft. Aber ſelbſt unter dieſen allerdings ganz unerwarteten Umſtänden war doch der Pacht ein ſehr vortheilhafter für den Pächter geweſen; und wenn eine der Perſonen, auf deren Leben der Pachtbrief geſtellt war, hundert Jahre alt geworden wäre, ſo hätte der Grundherr deßhalb ver⸗ gebens ein Zugeſtändniß, eine Entſchädigung erwartet; denn Grund⸗ herren verlangen oder erwarten niemals Gefälligkeiten oder Ein⸗ räumungen dieſer Art,— ja, die meiſten würden ſich ſchämen, ſie anzunehmen. Dennoch war ich geneigt, dieſe Verhältniſſe in Be⸗ tracht zu ziehen, den Umſtand zu überſehen, daß die Mühlen und alle andere Gebäulichkeiten auf dem Gute ſchlecht gebaut waren, und für eine weitere Friſt von einundzwanzig Jahren Waldland, Pachtgut, Gebäude und andere Privilegien wieder zu verleihen, um etwa den dritten Theil des Geldes, das Mr. Newcome ſelbſt im Stande geweſen wäre zu verlangen, wenn er, ſtatt meiner, der Verleihende geweſen wäre. Nicht geneigt, eine Erörterung mit einem Manne zu verlängern, der ſeiner ganzen Natur nach nicht im Stande war, mehr als Eine Seite eines Gegenſtandes zu ſehen, ſchnitt ich die Sache kurz ab, indem ich ihm ohne weiteres Zögern meine Bedingungen ſagte.
Trotz aller ſeiner Verſtellung und Heuchelei war der Squire doch ſo erfreut, als er ſich von meiner Mäßigung in meinen For⸗ derungen überzeugte, daß er nicht umhin konnte, ſeine Empfindungen offen auszuſprechen; was er ſicherlich nicht gethan haben würde, hätte er nicht die moraliſche Gewißheit gehabt, daß ich von meinem


