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obwohl er und der Kettenträger ſich beim Wiederſehen wie alte Freunde begrüßten. Jaap war während des ganzen Krieges beim Regiment geweſen, bald als Diener meines Vaters, bald die Mus⸗ kete tragend, bald auch als Führer eines Geſpanns, und gegen das Ende ſeiner militäriſchen Laufbahn als mein Diener und Be⸗ gleiter. Daher betrachtete er ſich als eine Art Soldat, und er hatte ſich auch bei ſehr vielen Gelegenheiten als einen ſehr tüch⸗ tigen bewährt.
„Ein Wort, ehe wir aufbrechen, Kettenträger,“ ſagte ich, als der alte Andries und Jaap mit ihrer Begrüßung fertig waren;„ich begegnete dem Indianer, den Ihr Sureflint zu nennen pflegtet, in den Wäldern, und wünſche ihn mitzunehmen.“
„Er iſt vorausgegangen, um Euern Beſuch anzukündigen,“ antwortete mein Freund.„Ich ſah ihn ſchon vor einer halben Stunde in raſchem Trabe die Straße dahin eilen. Er iſt jetzt wohl ſchon in dem Neſt.“
Es war Nichts mehr zu ſagen oder zu thun übrig, und wir machten uns auf den Weg, während die Leute emſig beſchäftigt zurückblieben, das übrige Gerüſte aufzuſchlagen. Ich hatte Ge⸗ legenheit, zu bemerken, daß meine Ankunft weit weniger Aufſehen auf der Anſiedlung erregte, als wohl der Fall geweſen ſein würde, wenn nicht das religiöſe Verſammlungshaus theilweiſe die Aufmerk⸗ ſamkeit von mir ab und auf ſich gezogen hätte. Beide Begeben⸗ heiten waren in gleichem Maaße etwas Neues und Fremdes. Ob⸗ gleich in einem chriſtlichen Lande geboren und in chriſtlicher Lehre aufgewachſen, hatten doch ſehr wenige von Denen, die auf dem Gute Ravensneſt wohnten und unter fünfundzwanzig Jahren alt waren, je ein Gebäude geſehen, das zum Behufe chriſtlicher An⸗ dacht und Gottesverehrung erbaut war. In der That waren im Jahr 1784 im Innern von New⸗York ſolche Gebäude etwas Sel⸗ tenes. Albany hatte, glaube ich, nur zwei; die Hauptſtadt mag ein Dutzend gehabt haben; und die meiſten der größern Orte be⸗


