doch dieſer nnen
chten
ge⸗ ende ung, oder
177
oder die Erwartung angedeutet, daß ich mich auch in die Reihen ſtellen ſollte. Ich will geſtehen, daß ich eine innere Regung ſpürte, es zu thun; denn wer kann ſeine Mitgeſchöpfe alle Muskeln und Nerven anſpannen und anſtrengen ſehen, ohne von menſchlichem Mitgefühl ergriffen zu werden? Aber der Gedanke an militäriſchen Rang und an meine Privatſtellung behauptet nicht nur ſein Recht, ſondern übte auch Einfluß auf meine Gefühlsweiſe. Ich trat dem Gerüſte ein paar Schritte näher, ſetzte aber den Fuß nicht darauf.
„Fertig, ihr Männer,“ rief der„Boß“,„zum letzten Mal Alle zuſammen auf das Wort— jetzt iſt die Zeit— Holz her— auf— auf!“
Die armen Burſche hoben, was ſie konnten, und es war nur zu ſichtlich, daß ſte wankten unter dem ungeheuren Druck des maſ⸗ ſiven Bundes. Ich trat auf das Gerüſte, gerade in der Mitte oder auf die gefährlichſte Stelle, und ſtemmte mich mit all' meiner Kraft an einer Hebeſtange an..
„Hurrah!“ ſchrie der Boß,„da kommt der junge Grundherr! — auf, auf! thue Jeder ſein Beſtes!— auf! auf!“
Wir hoben, was wir konnten, und wir brachten den Bund einige Fuß höher hinauf, aber noch fehlten ein paar Zoll dazu, daß die neuen Stützen ihn packen konnten. Zwanzig Stimmen ſchrieen jetzt, Jeder ſolle auf ſeinem Poſten ſein Möglichſtes thun, denn Jedermann fühlte die Wichtigkeit der Kraft auch nur eines Knaben. Der Boß eilte wie ein Mann herbei, uns zu helfen; und jetzt glaubte Tim, die Stütze würde ſtehen bleiben, auch ohne daß er ſie halte, verließ ſie und eilte an eine Hebeſtange. In Folge dieſes Mißgriffs ſenkte ſich die Stütze ein wenig auf die Seite, ſo daß ſie nichts nützen konnte. Mein Geſicht ſtand ſo, daß ich dieſen gefährlichen Umſtand bemerkte; und ich ſpürte, daß die auf mir perſönlich laſtende Wucht mit jedem Augenblick blei⸗ ähnlicher wurde. Daraus merkte ich, daß unſere Kraft unter dem Druck des gewaltigen Bundes zu erliegen drohe.
Der Kettenträger. 12


