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Auf das gegebene Wort machten die Männer eine gleichzeitige Anſtrengung, und ſie hoben den obern Theil des Bundes oder Faches von dem Holz empor, worauf er lag. Es war leicht zu ſehen, daß die Arbeiter, ſo kräftig und willig ſie waren, doch gerade genug zu thun und zu heben hatten. Knaben jedoch ſtanden bereit mit kurzen Latten, die ſie aufrecht unter den Bund ſchoben, und ſo hatten die Männer Zeit, Athem zu ſchöpfen. Ich fühlte einige Beſchämung, in einem ſolchen Augenblick nichts zu thun zu haben; aber da ich fürchtete, eher zu hindern und zu ſchaden, als zu
nützen, hielt ich mich entfernt und verharrte in der Rolle eines bloßen Zuſchauers.
„Jetzt, ihr Männer,“ ſagte der ‚Boß“, der ſeine Stellung da genommen hatte, wo er das Ganze überſehen konnte,„wollen wir uns wieder zum Heben bereit machen. Alle auf einmal— das macht die Arbeit leicht! Seid Ihr fertig? A— uff! A— u— f!“
Die ſtarken Männer hoben tüchtig, und das mit ſo viel Raſch⸗ heit und Einſicht, daß das maſſive Holz ſo hoch als ihre Köpfe emporgehoben wurde. In dieſer Höhe blieb es nun, wieder wie zuvor durch kurze Pflöcke unterſtützt und gehalten.
Jetzt kamen die Hüftſtangen zur Anwendung. Dieß iſt immer der ſchwierigſte Augenblick einer ſolchen Aufrichtung, und die Männer trafen demgemäß ihre Vorkehrungen. Kurze Pfähle wurden zuerſt
unter den Balken gebracht, indem man die ſtumpfen Enden in die Fundamentgruben trieb, und Einige der ſtärkſten Männer ſtellten ſich auf Blöcke, um die Kraft ihrer Arme unmittelbar zu verſuchen.
„Seid ihr fertig, ihr Männer?“ ſchrie der Boß.„Das iſt unſer ſchwerſter Bund und wir kommen mit friſchen Kräften daran. Habt wohl Acht auf den Fuß eines jeden Ständers— Kettenträger, ich verlaſſe mich auf Euch— euer Poſten iſt der Königspoſten vom ganzen Gerüſte; wenn der ſtürzt, ſtürzt Alles. Macht euch fertig, ihr Männer! auf! auf!— jetzt Alle zuſammen— auf! — Er hebt ſich— auf! noch mehr Hebeſtangen!— an das Ge⸗


