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Der Kettenträger, / von J. F. Cooper
Entstehung
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ter unten im Lande nie ſo Etwas geſehen; aber hier oben arbeiten die Zimmerleute nach dem Winkelmaaß, wie ſie es nennen, und recht ſchnelle Arbeit machen ſie damit! Dieſe Rede deutete das Weſent⸗ liche eines der Mittel an, wodurch dieneuen Gegenden mit den alten gleichen Schritt zu halten ſtrebten, wie ich bei weitern Er⸗ kundigungen erfuhr. 3

Es dürfte nicht unpaſſend ſein, das Ausſehen des Platzes zu beſchreiben, wie ich bei dem neuen religiöſen Verſammlungshauſe anlangte. Der größte Theil desVolkes hatte ſeine Stellung bei dem erſten Bunde oder Fache eingenommen, fertig zum Aufheben, während zuverläſſige Männer am Fuße des Poſtens oder Ständers ſtanden mit Hebeeiſen, ſchweren Aexten und andern paſſenden Werk⸗ zeugen, die zu haben waren, verſehen, bereit, dieſe weſentlichen Stützen unverrückt zu erhalten; und von der ſichern Feſtigkeit die⸗ ſer Perſonen hingen die geſunden Glieder und das Leben Derer ab, welche das Holzwerk aufrichteten. Da dieß Bauwerk größer war als gewöhnlich, war auch die Gefahr geſteigert, ſo wie das dringende Bedürfniß, Leute zu haben, auf die man ſich verlaſſen konnte, ſich um ſo fühlbarer machte. Vor einem Poſten insbeſondere ſchienen aus einem mir nicht bekannten Grunde alle die zuverläſſigen Män⸗ ner Scheu zu tragen, und Jeder erklärte, er halte einen Andern für geeigneter, denſelben einzunehmen, als ſich ſelber. Der Werk⸗ führer oderBoß, dieß Wort hatte von Manhattan ſeinen Weg bis hinauf nach Ravensneſt gefunden, rief, es ſolle Einer dieſen ſchwierigen Poſten einnehmen, da nichts mehr die Arbeit auf⸗ halte, als der Mangel eines Mannes auf demſelben; und Einer ſah den Andern an, in Erwartung, wer vortreten werde, als plötzlich ein Geſchrei ſich erhob:der Kettenträger! der Kettenträger! da kommt der Mann, den wir brauchen!

Und wirklich kam der alte Andries Coejemans, friſch ausſehend, aufrecht, kräftig und feſten Schrittes, obgleich er ſchon ſein ſiebzig⸗ ſtes Lebensjahr hinter ſich hatte. Mein alter Kriegskamerade hatte