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wo die vermietheten Ländereien nutzbar werden, und Ihr werdet Euch der Früchte Eurer Großmuth erfreuen.“
Ich verbeugte mich, antwortete aber nichts. Mittlerweile hatte der Wagen das Gaſthaus erreicht, Jaagp ſchaffte den Koffer und das andere Gepäcke heraus. Ein Gerücht hatte ſich unter den Leuten verbreitet, ihr Pachtherr ſei angekommen, und einige der älteren Pächter, Diejenigen, welche Herman Mordaunt— wie ſie Alle meinen Großvater nannten,— gekannt hatten, verſammelten ſich um mich, mit einer offenen, freimüthigen Herzlichkeit, in wel⸗ cher ſich Neigung und Wohlwollen mit Achtung miſchte. Sie wünſchten meine Hand zu faſſen. Ich ſchüttelte die Hände mit Allen, welche kamen, und kann mit Wahrheit ſagen, daß ich an jenem Tage keines Mannes Hand in der meinigen hielt, ohne das Gefühl, daß das Verhältniß zwiſchen Grundherr und Pächter ein ſolches ſei, welches wohlwollende und vertrauensvolle Geſinnungen erwecken ſollte. Das Beſitzthum Ravensneſt war mir durchaus nicht nothwendig zu einer behaglichen Exiſtenz; und ich war in der That ganz geneigt, wo nicht von künftigen Generationen, doch von einer ſpätern Zeit die Vortheile zu erwarten, welche es mir bringen konnte. Ich bat die Leute zu mir herein, beſtellte eine Schüſſel Punſch, denn zu jener Zeit war ein Trunk die unerläßliche Beglei⸗ tung jeder Bewillkommnung, und beſtrebte mich, bei meinen neuen Freunden mich beliebt zu machen. Ein Schwarm Weiber, von welchen ich noch nicht geſprochen, wartete mir auch auf; und ich mußte die Ceremonie durchmachen, mir viele von den Frauen und Töchtern von Navensneſt vorſtellen zu laſſen. Im Ganzen war die Begegnung freundlich und mein Empfang warm.
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