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Der Kettenträger, / von J. F. Cooper
Entstehung
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gut könnte man ſoföort zugeben, das Chriſtenthum ſei nicht gött⸗ lichen Urſprungs, oder den noch ausſchweifenderern Satz aufſtellen, die von Gott ſelbſt gegründete Weltökonomie und Ordnung könne irgend wie durch die beſchränkten und kurzſichtigen Einfälle und Plane der Menſchen verbeſſert werden. Dennoch kann man ſich nicht verhehlen, daß hier ebenſo wie anderswo die Kirchen nach den Inſtitutionen, und nicht die Inſtitutionen nach den Kirchen gemodelt und ihnen anbequemt werden..

Nachdem dieſer Erfolg errungen war, verfolgte der Vertraute des Moderators ſeinen Vortheil noch weiter.

Mr. Moderator, fuhr er fort,da dieſe Frage nun ganz einen Parteicharakter angenommen hat, iſt es offenbar gehörig, daß die Partei, welche die Mehrheit hat, in ihrem Verfahren nicht ge⸗ hemmt werde durch Schritte und Bewegungen der Minorität. Das Presbyterium iſt von dieſer Verſammlung verworfen worden, und ſeine Freunde ſind jetzt zu betrachten, wie eine bei einer Staats⸗ wahl geſchlagene Partei. Sie können mit der Regierung nichts zu ſchaffen haben. Ich beantrage daher, daß Diejenigen, welche dem Presbyterium entgegen ſind, unter ſich eine Berathung halten, um einen Ausſchuß zu ernennen, welcher der Majorität eine Be⸗ nennung und Ordnung der Kirche vorſchlage, die den Bewohnern von Ravensneſt genehm ſein mag. Ich hoffe, dieſer Antrag wird ohne Debatte zur Abſtimmung gebracht werden. Der Gegenſtand iſt religiöſer Art, und es iſt unklug, Streit und Kampf zu erwecken über Etwas, das irgend wie mit der Religion zuſammenhängt.

Ach, ach! Wie viel Schaden iſt der Sache des Chriſten⸗ thums zugefügt, wie ſind die Geſetze Gottes und die Vorſchriften der ächten Sittlichkeit verletzt worden durch Aufforderungen ſolcher Art, welche die Abſicht haben, die Prüfung und Erörterung zu erſticken, und den Schüchternen und Blöden die Entwürfe und An⸗ ſchläge der Ränkeſüchtigen und Betrüger aufzunöthigen! Die Recht⸗ lichkeit iſt immer einfach und offen; während der Teufel ſeine