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„Ich wüßte nicht, daß unſere Religion viel damit zu ſchaffen hätte; aber ich will geſtehen, daß ſo unſere Art und unſer Brauch iſt. Ich bilde mir ein, daß es ebenſo iſt bei allen Raſſen und Farben. Es muß Einer für ſich ſelbſt arbeiten, wenn er ſein Aeußerſtes thun ſoll; und er kann nicht für ſich ſelbſt arbeiten, wenn er nicht die Früchte ſeiner Arbeit genießen darf. Deßwegen muß er ein Recht auf Landeigenthum haben, ſei es nun gekauft oder gemiethet, wenn er dieß Land ſo bebauen ſoll, daß es Alles hervorbringt, was es nach der Abſicht der Natur hervorbringen ſoll. Auf dieſer Nothwendigkeit beruht das Eigenthumsrecht; der Gewinn iſt Geſittung; der Verluſt Unwiſſenheit, Armuth, Schwäche. Aus dieſem Grunde nun kaufen und verkaufen wir Land, ebenſo wie Kleider, Waffen und Zierathen.“
„Denke es verſtehen. Großer Geiſt das ſagen, müſſen Grund und Boden haben?“
„Der große Geiſt hat geſagt, wir ſollen Bedürfniſſe und Wünſche haben, welche nur dadurch erfüllt und befriedigt werden können, daß wir Landgüter haben; um Landgüter und Landbau zu haben, müſſen wir Eigenthümer haben; und Eigenthümer können nicht exiſtiren, wenn ihr Recht auf ihr Land nicht geſchützt iſt. Sobald dieß weggenommen würde, müßte uns das ganze Gebäude über dem Kopf zuſammenſtürzen, Susqueſus.“
„Wohl, glauben ſo. Wir ſehen einmal. Junger Häuptling wiſſe en, wo er iſt?“
„Nicht genau; aber ich vermuthe, wir nähern uns den Lände⸗ reien von Ravensneſt.“
„Nun, das auch ſeltſam genug! Land beſitzen und es nicht kennen. Seht— bezeichneter Baum— das Zeichen, daß Euer Land anfange.“
„Dank Euch, Sureflint— ein Vater würde auch ſein eigenes Kind nicht kennen, wenn er es zum erſten Mal ſähe. Wenn ich
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