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im Intereſſe ſeines Landes, nicht in ſeinem eigenen. Habt Ihr ihn in neuerer Zeit geſehen?“
„Ja wohl! Er kam vor etwa einem Jahr hier durch, mit ſeiner ganzen Geſellſchaft auf dem Wege nach Eurem Lande, um ſich dort als Squatter niederzulaſſen, oder ich müßte mich ſehr irren. Es waren der Kettenträger ſelbſt, zwei Gehilfen, Dus, und der junge Malbone.“
„Der junge— wie habt Ihr geſagt?“ fragte ich mit einem Intereſſe, welches das Weib veranlaßte, ihr lebhaftes, tiefliegendes aber ſcharfes Auge forſchend auf mich zu heften.—
„Der junge Malbone, habe ich geſagt; der Bruder von Dus und der junge Burſche, welcher dem alten Andries all ſeine Arith⸗ methik beſorgt. Ich denke, Ihr wißt ſo gut als ich, daß der Ketten⸗ träger nicht mehr vom Rechnen verſteht, als eine wilde Gans, und nicht halb ſo viel, als eine Krähe. Was das betrifft, ich habe Krähen geſehen, die zur Zeit der Ausſaat ein Feld in halb ſo viel Minuten meſſen würden, als der Staatsvermeſſer Stunden dazu braucht.“
„Dieſer junge Malbone iſt alſo des Kettenträgers Neffe? Und er iſt es, der die Vermeſſung leitet?“
„Er beſorgt das Arithmetiſche dabei, und er iſt ein Bruder von des alten Andries Nichte. Ich kannte die Coejemans, wie ich noch ein Mädchen war, und ich kenne die Malbone's ſchon länger, als mir lieb iſt.“
„Habt Ihr Euch über die Familie zu beklagen, daß Ihr ſo von ihnen ſprecht?“
„Nur über ihren verzweifelten Stolz, der macht, daß ſie ſich für ſo viel beſſer halten, als Jedermann ſonſt; und doch ſagt man mir, Dus und Alle mit einander ſeien ebenſo arm als ich.“
„Vielleicht mißkennt Ihr ihre Geſinnungen, gute Frau; was mir um ſo wahrſcheinlicher iſt, als Ihr Euch einzubilden ſcheint, Geld ſei die Quelle ihres Stolzes, während Ihr doch zugleich be⸗


