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ſeit der Revolutionszeit. Wir wiſſen Alle, auf welcher Seite Eure Familie während des Krieges ſtand; und ſomit iſt das keine Be⸗ leidigung für Euch. Ja, ſie hatten ein gehörig ſcharfes Auge auf Euch, als Ihr das Collegium verließet; denn Manche behaupteten, der alte Herman Mordaunt habe in ſeinem Teſtament verordnet, Ihr ſollet die Sache des Königs unterſtützen, und in dieſem Falle vermutheten die meiſten Pächter, würden ſie die Ländereien ganz überkommen. Es iſt gar etwas Angenehmes, Major, für einen Pächter, ſein Pachtgut zu haben, ohne Etwas dafür bezahlen zu müſſen, wie Ihr Euch leicht vorſtellen könnt! Einigen Leuten that es verzweifelt leid, als ſie hörten, daß die Littlepage's es mit den Kolonien hielten!“
„Ich will hoffen, es ſeien wenige ſolche Schurken auf dem Gute Ravensneſt, die ſo Etwas zu wünſchen fähig wären. Aber laßt mich eine nähere Erklärung Eurer Beſchuldigung gegen den Kettenträger hören. Ich bin nicht ſehr angefochten wegen meiner eigenen Rechte auf dem Patent, das ich mein nenne.“
Das Weib hatte die Frechheit oder die Offenheit, mir ſo zu ſagen in's Geſicht einen langen bedauernden Seufzer auszuſtoßen. Dieſer Seufzer ſprach ihr Bedauern darüber aus, daß ich in dem letzten Kriege nicht die Partei der Krone ergriffen; denn in dieſem Falle würden ſie und Mr. Tinkum ſich auf einem der Pachtgüter von Ravensneſt als Squatter niedergelaſſen haben. Nach dieſem Seufzer jedoch verſchmähte die Wirthin nicht, mir zu antworten.
„Was den Kettenträger betrifft,“ ſagte ſie,„ſo iſt die ein⸗ fache Wahrheit dieß: Tinkum miethete ihn, eine Linie zu ziehen zwiſchen einem Anweſen, das wir gekauft hatten, und demjenigen, welches ein Nachbar von uns gekauft hatte. Das war lange vor dem Kriege, wo die Rechtstitel des Beſitzers ſeltener waren, als ſie jetzt ſind, denn manche von den Landeigenthümern wohnten jen⸗ ſeits des Waſſers. Nun, was meint Ihr, daß der alte Kerl that, Major? Er fragte zuerſt nach unſeren Kaufs⸗ und Beſitzurkunden,


