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rika bei den Weibern.)„Gutes Land! Warum arbeiten ſie nicht und thun Frucht ein, um doch ein wenig davon zu leben?“
„Einfach darum, weil ſie kein Land zum Bebauen haben. Das Land gehört auch Andern.“
„Ich dächte, ſie könnten es miethen, wenn ſie es nicht kaufen könnten. Es iſt ungefähr eben ſo gut Land zu miethen als zu kau⸗ fen— manche Leute halten es für noch beſſer. Warum bringen ſie nicht das Land unter die Pflugſchar, und leben davon?“
„Weil das Land ſelbſt nicht zu haben iſt. Bei uns gibt es Land im Ueberfluß; wir haben deſſen mehr als nöthig iſt, oder als auf Jahrhunderte hinein nöthig ſein wird z vielleicht wäre es beſſer für unſere Civiliſation, wir hätten deſſen weniger; aber in den Län⸗ dern, von welchen ich ſpreche, gibt es mehr Menſchen als Land.“
„Nun, um das Land iſt es etwas Gutes, das gebe ich zu, und es iſt recht, daß es einem Eigenthümer gehört; aber es gibt immerhin Leute, welche lieber die Squatter machen, als Land kau⸗ fen oder miethen. Das Squatterhandwerk iſt ihnen ſo ganz natürlich.“
„Sind viele Squatter in dieſer Gegend des Landes?“
Das Weib machte ein etwas verlegenes Geſicht, und ſie ant⸗ wortete mir nicht eher, als bis ſie ſich einige Zeit über das be⸗ ſonnen hatte, was ſie antworten ſollte..
„Manche Leute nennen uns Squatter, glaube ich,“ war die etwas zähe Antwort,„aber das gebe ich nicht zu. Wir haben das Anweſen gekauft von einem Manne, der keinen ſonderlichen Rechtstitel darauf hatte, das glaube ich gerne; aber da wir ſein Anweſen ehrlich gekauft haben, iſt Mr. Tinkum,“— das war der Name ihres Gatten—„der Meinung, wir beſitzen es unter gutem Rechtstitel, wie man zu ſagen pflegt. Was ſagt Ihr dazu, Major Littlepage?“
„Ich kann nur ſagen: aus Nichts kann Nichts werden; Nichts erzeugt auch Nichts. Wenn der Mann, von dem Ihr gekauft habt, nichts Eigenes beſaß, ſo konnte er auch Nichts verkaufen.
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