Mutter ließen meiner guten Ahne die Dinge in einem andern Licht erſcheinen.
„Nun, Mordaunt,“ fuhr endlich die gute alte Frau fort,„wie gefällt dir die Wahl deiner Schweſter Kate? Mr. Bayard iſt ein bezaubernder junger Mann, nicht wahr?“
„Iſt es denn eine Wahl, Großmutter? Hat ſich Kate wirklich
ſchon entſchloſſen?“
„Pah!“ antwortete meine Großmutter, und lächelte ſo ſchalk⸗ haft als wäre ſie ſelbſt erſt ſechzehn Jahre alt geweſen—„das war ſchon lang eine ausgemachte Sache, und der Papa billigte es, und die Mama winſchte es ſehnlich, und ich gab meine Zuſtim⸗ mung und Schweſter Anneke war entzückt, und Alles war ſo glatt und eben wie die Düne am Ende des Landhalſes, und man wartete nur noch auf deine Zuſtimmung.„Es wäre nicht recht von mir, Großmutter, wenn ich mich verlobte, ſo lange Mordaunt abweſend iſt, und ohne daß er auch nur den Gentleman kennt, und deßwegen will ich mein Jawort nicht geben, bis ich auch ſeine Zuſtimmung habe,“ ſagte Kate. Das war ſehr hübſch von ihr, nicht wahr, mein Kind? Alle Kinder deines Vaters haben ein ſo richtiges Ge⸗ fühl für das Schickliche!“
„In der That, das war es, und ich werde es nicht ſo bald vergeſſen. Aber geſetzt, ich hätte ihre Wahl mißbilligt, was wäre dann wohl geſchehen, Großmutter?“
„Ihr ſollt nie unangenehme Fragen an Einen thun, vorlauter Junge, aber ich glaube faſt, Kate würde wenigſtens Mr. Bayard gebeten haben zu warten, bis Ihr Euern Sinn geändert hättet. Ihn ganz aufzugeben, davon konnte wohl nicht die Rede ſein, und es wäre unvernünftig geweſen; aber ſie hätte einige Monate oder ſo warten können, bis Ihr andern Sinnes geworden wäret; und ich ſelbſt würde ihr dazu gerathen haben. Aber das Alles iſt un⸗ nöthig, wie die Sachen ſtehen; denn Ihr habt Eure Billigung aus⸗ geſprochen und Kate iſt vollkommen glücklich. Der letzte Brief von


