64 Bayard verbeugte ſich, auf dieſe Bemerkung hin, ganz höflich gegen mich und änderte den Geſprächsgegenſtand. Es war jedoch genug geſprochen worden, um mich zu überzeugen, daß wenig politiſche Sympathie zwiſchen uns beſtehen würde, möchten ſich auch die Familienbande noch ſo eng knüpfen. Die Mädchen geſell⸗ ten ſich zu uns, ehe wir wieder recht in ein anderes Geſpräch gekommen waren; und es verdroß mich ein wenig, als ich fand, daß Kate etwas mehr auf die Anſichten ihres Anbeters über dieſe Gegenſtände einging, als ſich, meinem Dafürhalten nach, mit den ächten Geſinnungen eines Mitgliedes der Familie Littlepage, nach Allem, was vorgefallen war, vertrug. Dennoch war ich nicht ge⸗ meint, meine Schweſter deßwegen hart beurtheilen zu wollen, da ich ſelbſt doch auch es gerne geſehen hätte, daß die Frau, die ich liebte, ſo viel als möglich mit mir in allen meinen Anſichten harmonirt hätte. Andererſeits fand ich zu meiner Ueberraſchung an Miß Priseilla eine eifrige, und die Wahrheit zu geſtehen, eine etwas blinde Patriotin, und ſie verdammte England, den König und die Beſtrebungen des Parlaments mit einer Wärme, welcher
nur diejenige gleichkam, womit ſie alle Dinge, Beſchlüſſe, Maß⸗
regeln, Grundſätze und politiſchen Schritte vertheidigte, die rein amerikaniſch waren.
Ich kann nicht ſagen, daß ich ſo viele Duldſamkeit bewieſen hätte gegen den Patriotismus der Miß Bayard, wie gegen den kleinen Verrath meiner Schweſter. Es ſchien ganz natürlich, daß Kate anfing, Dinge dieſer Art mit den Augen eines Mannes an⸗ zuſehen, welchen ſie entſchloſſen war zu heirathen; aber es erſchien weit eher als geſucht und gemacht bei ihrer Freundin, die einer Toryfamilie angehörte, ſo freiwillig ſich den Geſinnungen eines
England und Wales vertrat; und dies war ein Stand der Dinge, wobei ein Land von dem andern abhängig war;— eine Unterordnung der Intereſſen des einen unter die des andern, welche offenbar nur ſo lange dauern konnte, als die beherrſchte
Partei zu ſchwach war, ſich ſelbſt Recht zu verſchaffen.


