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Kate lachte; dann ſagte ſie, es freue ſie, mir erklären zu kön⸗ nen, daß ich mich als Freund von Allen des Namens betrachten dürfe, ganz beſonders aber von denjenigen des Namens, welche auf den Hickories hauſen.
„Und wie Viele ſind es denn wohl von dieſer ganz beſonders friedlichgeſinnten Gattung?— ſechs, oder ein Dutzend oder zwanzig?“
„Nur vier; und ſo werden deine zärtlichen Gefühle nicht all⸗ zuſehr in Anſpruch genommen und beſteuert werden. Dein Herz hat, hoffe ich, Raum für vier weitere Freunde?“
„Für tauſend, wenn ich ſie finden kann, meine Liebe. Ich kann ſo viele Freunde annehmen, als dir beliebt, aber für Andere habe ich keinen Platz. Alle andern Niſchen ſind beſetzt. 2
„Beſetzt!— Ich hoffe, das iſt nicht wahr, Mordaunt. Ein Platz wenigſtens iſt noch leer!“
„Wahr! ich hatte vergeſſen, daß Ein Platz für den Bruder vorbehalten bleiben muß, den du mir einſt geben wirſt. Nun, nenne ihn mir nur, ſobald du Luſt haſt; ich werde bereit ſein, ihn zu lieben.“
„Ich werde vielleicht nie einen ſo gewichtigen Wechſel auf deine Gefühle ziehen. Anneke hat dir ſchon einen Bruder gege⸗ ben, und zwar einen trefflichen, und das ſollte einen vernünftigen und billigen Mann befriedigen.“
„Ja, ſo ſprecht ihr jungen Frauenzimmer zwiſchen fünfzehn und zwanzig Jahren Alle, aber gewöhnlich ändert ihr am Ende euren Sinn. Je eher du mir daher ſagſt, wer der junge Mann iſt, deſto eher werde ich anfangen, ihn zu lieben— iſt es etwa Einer von dieſen Bayards?— ein Ritter ohne Furcht und Tadel?“
Kate hatte für gewöhnlich eine ſehr blühende Geſichtsfarbe; aber wie ich jetzt mein Auge fragend auf ſie heftete, mehr aus Schalkhaftigkeit jedoch, als in der Erwartung, etwas Neues zu erfahren, ſah ich die Roſen auf ihren Wangen ſich bis über die


