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Der Kettenträger, / von J. F. Cooper
Entstehung
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Nachricht, es werde mir nicht an einer Tänzerin fehlen, denn das hübſcheſte Mädchen im Ort ſei ſo eben erſt auch gekommen und habe noch keinen Tänzer. Als ich in das Schenkzimmer trat, ward ich mit einer Menge linkiſcher Verbeugungen und Knixe, aber mit viel einfacher und wohlmeinender Gaſtlichkeit begrüßt. Die Begrüßung Jaaps ſelbſt war ſehr ſtudirt und durchaus von der Art, daß ſie jeden Verdacht ausſchloß, daß wir früher ſchon bekannt geweſen.

Das Tanzen dauerte über zwei Stunden ſehr lebhaft fort, als die vorgerückte Stunde die Dorfmädchen an die Nothwendigkeit mahnte, ſich zurückzuziehen. Als Jaap die Anzeichen des nahe be⸗ vorſtehenden Auseinandergehens der Geſellſchaft bemerkte, hielt er mir in ſehr reſpektabler Weiſe ſeinen Hut hin, worauf ich ganz ſtattlich meinen Shilling hineinwarf, in einer Weiſe, welche Auf⸗ merkſamkeit erregen mußte, und ihn dann bei den männlichen Mit⸗ gliedern der Geſellſchaft herumgehen ließ. Noch Einer gab auch einen Shilling, zwei ſtanden zuſammen und brachten wirklich einen Viertelsdollar heraus, Einige warfen Sechspenceſtücke oder Vier⸗ und ein halb Penceſtücke hinein und das Uebrige waren Kupfer⸗ ſtücke. Das Ganze zu krönen, erklärte die Wirthin, welche gut ausſah und eine Freundin vom Tanze war, öffentlich, der Geiger und ſein Pferd ſollten zechfrei ſein, bis er den Ort verlaſſe. Durch dieſen ſinnreichen Einfall Jaaps fand ich am nächſten Morgen in meinem Beutel ſieben Shillinge und ſechs Pence in Silber, außer meinem eigenen Shilling, und außerdem Kupfer genug, um einen Neger eine ganze Woche in Cider zu erhalten.

Ich habe oft über Jaaps Streich und Liſt gelacht, aber ich mochte ihm nicht erlauben, es zu wiederholen. Als ich am Hauſe eines Mannes von beſſerem Stande vorbeikam, ſtellte ich mich dem Eigenthümer vor, obwohl ich ihm ganz fremd war, und erzählte ihm meine Geſchichte. Ohne eine weitere Beſtätigung zu verlangen, als mein Wort, lieh mir dieſer Gentleman fünf Dollar Silber, welche für meine augenblicklichen Bedürfniſſe ganz genügten, und

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