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Der Kettenträger, / von J. F. Cooper
Entstehung
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Eigenſchaft ich zuerſt im Leben angefangen habe. Ihr werdet Acres Land genug erben, und braucht nach einem Hundert mehr oder we⸗ niger nicht zu fragen, aber mir, ich geſtehe es, iſt der Gedanke ganz angenehm.

Gedenkt Ihr dann als Landwirth von Neuem anzufangen?

Nein, dieß Geſchäft paßte nie für mich oder ich nicht für es. Aber es kann Einer, denke ich, ſeinen eigenen Landantheil vermeſſen, ohne daß größere Meiſter und Gelehrte daran Anſtoß nehmen dür⸗ fen. Wenn ich das Geſchenk an Land bekomme, wovon man ſpricht, ſo werde ich mich an's Werk machen und es auf meine eigene Rechnung und Verantwortung vermeſſen, und dann wollen wir ſehen, Wer ſich auf Ziffern verſteht, und Wer nicht? Wenn auch andere Leute kein Vertrauen zu mir haben, ſo iſt das kein Grund, daß ich ſelbſt kein Vertrauen zu mir haben ſollte.

Ich wußte, daß der Umſtand, daß es bei ihm an den Erfor⸗ derniſſen für die mehr intellektuelle Seite ſeines Berufs gefehlt hatte, ein wunder Punkt bei dem alten Andries war, und ich ver⸗ mied es, bei dieſem Gegenſtande zu verweilen. Nur um ſeinen Geiſt auf andere Gedanken zu lenken, begann ich ihn etwas ge⸗ nauer, als ich je früher gethan hatte, über ſeine Nichte auszufra⸗ gen, wodurch ich jetzt Manches erfuhr, was mir neu war.

Der Name von des Kettenträgers Nichte war Duß Malbone, wenigſtens nannte er ſie immer ſo. Am Ende entdeckte ich, daß Duß eine Art von holländiſchem Diminutiv für Urſala ſei. Ur⸗ ſala Malbone hatte nichts von dem Blute der Coejemans in ſich, ob⸗ gleich ſie die Tochter von Andries Schweſter war. Die alte Mrs. Coejemans war, wie ſich zeigte, zweimal verheirathet, und ihr zwei⸗ ter Gatte der Vater von Duß's Mutter geweſen. Bob Molbone, wie der Kettenträger immer des Mädchens Vater nannte, war ein Mann aus dem Oſten, von ſehr guter Familie, aber ein gewiſſen⸗ loſer Verſchwender, welcher Duß, die Aeltere, ſo viel ich merkte, um ihres Vermögens willen heirathete; dieſes, ſo wie auch das,