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ich von dem alten Andries förmlich mit Thränen in den Augen. Mein Großvater, General Littlepage, war damals ſchon todt, aber da die Re⸗ gierung bei der endlichen Auflöſung der Armee den Meiſten von uns einen höhern Grad verlieh, der zur Führung eines höhern Titels berechtigte, führte mein Vater, welcher im letzten Jahre des Kriegs wirklicher Oberſt des Regiments geweſen war, während ſeines üb⸗ rigen Lebens den Titel Brigadier. Es war ſo ziemlich Alles, was er für ſiebenjährige angeſtrengte und gefahrvolle Dienſte erhielt. Aber das Land war arm, und wir hatten mehr für Grundſätze ge⸗ fochten als mit der Hoffnung auf Belohnung. Man muß zugeben, daß Amerika eigentlich voll von Philoſophie ſein ſollte, da ſein Sy⸗ ſtem der Belohnungen und ſelbſt der Beſtrafungen zu einem ſo gro⸗ ßen Theil rein theoretiſch iſt, und ſich an die Einbildungskraft oder an die geiſtigen Vermögen wendet. So ſtehen wir, beim Kampfe mit allen unſeren Feinden, auf ſehr ungleichem Boden. Der Eng⸗ länder hat ſeine Ritterſchaft, ſeine Baronetſchaft, ſeine Peerſchaft, ſeine Orden, ſeinen höhern Rang in den Berufsarten, ſeine batons und all' die andern niedern Reizmittel für unſere verdorbene Natur, um ihn zum Fechten zu begeiſtern, während der Amerikaner nur durch die abſtrakten Mächte und Größen der Tugend und der Va⸗ terlandsliebe auf der Bahn des Ruhmes geſtachelt wird. Im Gan⸗ zen aber ſchlagen wir Andere ſo oft als wir ſelbſt geſchlagen wer⸗ den— was am Ende die Hauptſache iſt. Weil ich einmal auf dieſen Gegenſtand gekommen bin, will ich noch bemerken, daß An⸗ dries Coejemans nie den leeren Titel eines Majors ſich beilegte, der ihm von dem Kougrsf von 1783 ſo huldvoll verliehen wurde, ſondern die Armee mit dem Titel Kapitän verließ, ohne Halbſold
oder irgend Etwas, als das Stück Land, das ihm als gedientem Soldaten zugetheilt wurde, um eine Nichte aufzuſuchen, die er auf⸗ zog, um ſein altes Geſchäft als Kettenträger wieder anzufangen.


