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Albany nicht wieder geſehen, und die Begrüßung war deßhalb ebenſo warm, als ſie unerwartet kam.
„Seit dem Tode Eurer ſeligen Eltern habe ich eine Art Ein⸗ ſiedlerleben geführt, mein theurer Bob,“ ſprach der Geiſtliche, indem er ſich die Thränen aus den Augen wiſchte.„Dann und wann wurde ich durch einen koſtbaren Brief von Euch ſelbſt oder von Maud erfreut— ich nenne euch Beide bei den Namen, die ich Euch in der Taufe gegeben— hieß es ja doch auch: ‚„ich Maud, nehme dich, Robert“, als ihr in jenem kleinen Gebäude dort vor dem Altare ſtandet— ihr werdet mir darum vergeben, wenn ich etwa mit einem Generaloffizier und ſeiner Lady zu vertraulich ſpreche—
„Vertraulich!“ riefen Beide in einem Athem, und Mauds zarte, weiße Hand war mit vorwurfsvollem Ernſte gegen den Kaplan er⸗ hoben.—„Wir, die wir von Ihnen zu Chriſten getauft wurden, und ſo viele Urſache haben, Ihrer ſtets in Liebe zu gedenken!“
„Gut, gut; ich ſehe, daß ihr immer noch Robert und Maud geblieben ſeid!“ bei dieſen Worten kamen ihm die Thränen gewalt⸗ ſam aus den Augen geſchoſſen.„Ja, ich brachte euch Beide in Got⸗ tes ſichtbare Kirche auf Erden, und ihr wurdet von einem Manne getauft, der ſeine Weihen von dem Erzbiſchofe von Canterbury ſelber erhielt—“ hier lächelte Maud etwas ſchalkhaft—„und der, wie er demüthig hofft, ſein Einweihungsgelübde niemals vergeſſen hat. Ihr ſeid aber nicht die Einzigen, die ich zu Chriſten getauft habe — auch Nikolas zähle ich jetzt unter dieſe Zahl—“
„Nick?“ fiel Sir Robert ein.
„Wyandotté?“ fügte ſeine Gattin mit feinerem Takte bei.
„Ich nenne ihn jetzt Nikolas, weil er auf dieſen Namen ge⸗ tauft wurde— mit dem Wyandotté hat's nun ſo gut wie mit dem trotzigen Nick ein Ende.— Ich habe Euch ein Geheimniß mitzu⸗ theilen, Major Willoughby— bitte um Verzeihung, Sir Robert, Ihr werdet aber alte Gewohnheiten entſchuldigen— wenn Ihr vielleicht dieſen Weg mit mir einſchlagen wolltet.“
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