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Der rothe Freibeuter / J. F. Cooper
Entstehung
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Geiſt unbeſiegt blieb, während Viele ihrer beinahe eben ſo un⸗ glücklichen Feinde auf dem Verdeck umher in ihrem Blute lagen, die Seele noch immer mit rachſüchtigen Gedanken erfüllt, wie das wilde Blitzen ihrer Augen bewies. Diejenigen von beiden Parteien, welche gar nicht oder nur leicht verwundet waren, be⸗ ſchäftigten ſich bereits, die Einen mit der Plünderung, die Ande⸗ ren eben ſo emſig mit Verſteckung der Habſeligkeiten.

Wie tief mußte die vom Anführer der Freibeuter eingeführte Mannszucht Wurzel gefaßt haben, wie unumſchränkt die Macht deſſelben ſein, da kein Schuß, kein Degenhieb, kein Schlag vorfiel, von dem Augenblicke an, wo ſein Verbot vernommen wurde! Aber das Zerſtörungswerk war auch ausgedehnt genug, um ſelbſt die heißeſte Blutgier zu ſtillen, ſelbſt wenn ſie der einzige Beweggrund des Angriffs der Freibeuter geweſen wäre. Wildern blutete das Herz, als er die marmorblaſſen Todtengeſichter ſo manches ihm befreundeten Subalternen, ſo manches treuen Dieners überſchaute; das tiefſte Weh aber ergriff ihn, als ſein Auge auf die ſtarren Züge ſeines veteranen Commandeurs fiel, die der Ausdruck des Zorns noch nicht verlaſſen hatte.

Kapitän Heidegger, ſagte er, ſich bemühend mit Feſtigkeit, wie es für den Moment geziemend war, zu ſprechen;das Glück hat ſich heute für Sie erklärt; ich bitte um Gnade und Schonung für die Uebriggebliebenen.

Beides ſoll Denen, die mit Recht Anſpruch darauf machen können, zu Theil werden. Ich wünſche, der Ausgang möge zei⸗ gen, daß dieſes Verſprechen Alle in ſich ſchließe.

Feierlichkeit und tiefe Bedeutung lag in der, Stimme des Rover; ſie ſollte offenbar mehr ſagen, als die Worte ausdrückten. Aber Wilder würde über den Doppelſinn in der erhaltenen Antwort lange vergebens nachgeſonnen haben, wenn nicht die Annäherung der feindlichen Mannſchaft, unter welcher er ſogleich Denjenigen erkannte, der ſich bei der Meuterei auf dem Delphin am meiſten