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Der rothe Freibeuter / J. F. Cooper
Entstehung
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ein natürlicheres und geſetzteres. Doch ſchien es bald, als ſei auch dieſes eine zweite Maske, wenigſtens ein ungewohntes, läſtiges Joch, das er abzuſchütteln ſuchte, denn nach einer Minute klopfte er ſchon wieder mit der Reitgerte gegen den Stiefel, und trat in die Haupt⸗ ſtraße des Orts mit leichtem Gange und umherſchweifenden Blicken ein. Seinem Schnellblick, ſo ſehr er von einem Gegenſtande auf den andern überſprang, entgingen wenige der Vorübergehenden; und ſelbſt die Eile, womit er um ſich ſchaute und Alles zu umfaſſen ſchien, gab zu erkennen, daß ſein Geiſt eben ſo thätig und regſam war, als ſein Auge. Ein Fremder in dieſem Aufzuge, und dem man es auf den erſten Blick anſehen mußte, daß er ein Fremder war, konnte der Aufmerkſamkeit der wachſamen Gaſtwirthe, deren wir im erſten Kapitel dieſer Geſchichte Erwähnung gethan, un⸗ möglich entgehen. Allein er entzog ſich den Scharrfüßen und Höflichkeiten der beiden vornehmſten, und ließ ſich— ſeltſam genug!— vom dritten in ſein Haus komplimentiren, welches die gewöhnliche Herberge des Hafengeſindels war.

Als er in die Gaſtſtube dieſer Taverne eintrat(denn ſie führte dieſen edleren Namen, obſchon ſie im Mutterlande kaum auf den einer Bierſchenke hätte Anſpruch machen dürfen), fand er das Zim⸗ mer mit den gewöhnlichen Trinkkunden vollgepfropft. Das Erſchei⸗ nen eines Gaſtes, welcher an Geſtalt und Kleidung ſich über die

Klaſſe der täglichen Beſucher des Hauſes erhob, brachte eine augen⸗

blickliche Unterbrechung hervor; doch hörte die Pauſe bald auf, als der Neueingetretene ſich auf eine Bank geworfen, und den Wirth mit ſeinen Wünſchen und Bedürfniſſen bekannt gemacht hatte. Die⸗ ſer holte das Verlangte, ſetzte es dem Fremden vor, und machte ihm, und zugleich Denen, die ihm zunächſt ſaßen, eine Art von Entſchuldigung, daß ein Mann, am andern äußerſten Ende des langen, ſchmalen Tiſches, nicht allein das Monopol der Rede, ſon⸗ dern auch die Aufmerkſamkeit aller Gäſte durch das Verſprechen an ſich geriſſen, ihnen etwas ganz Ungeheures erzählen zu wollen.

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