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der Pachterſohn, dem es einerlei war, ob er erſt um Mitternacht ankomme, wenn er nur der Ueberbringer von Nachrichten aus der Stadt ſein und vor Allem von einem bedeutenden Seeraub erzäh⸗ len konnte; denn er wußte wohl, daß ein ganzer Haufen auf ihn mit der Frage einſtürmen würde: was bringſt du uns Neues?— „Und iſt er denn in der That ſo furchtbar, als man ſagt? Sucht man ihn wirklich auf?“.
„Ihn aufſuchen? Ihn? Wird Tophet von einem betenden Chriſten aufgeſucht? Glaubt mir, auf dem mächtigen See⸗Element gibt es Wenige, ſollten ſie auch ſo tapfere Kriegsmänner ſein, als Joſua, der große jüdiſche Feldhauptmann, geweſen, die nicht tau⸗ ſendmal lieber Land, als die Bramſegel dieſes verwünſchten Piraten ſähen! Menſchen fechten des Ruhmes wegen. Das könnt Ihr mir glauben, Pardon, mir, der ich ſo viele Kriege erlebt habe; aber Niemand findet Vergnügen daran, es mit einem Feinde aufzuneh⸗ men, der beim erſten Schuß eine blutige Flagge aufzieht, und fertig und bereit iſt, beide Theile in die Luft zu ſprengen, wenn er findet, daß Satans Hand nicht mehr ſtark genug iſt, ihm zu helfen.“
„Iſt der Kerl ſo deſperat,“ ſagte der junge Mann, indem er ſich ſtolz in die Bruſt warf, und ſeine mächtigen Glieder reckte, „ſo begreife ich nicht, warum die Inſel und die Pflanzer auf der⸗ ſelben nicht ein Küſtenfahrzeug ausrüſten, ihn aufzubringen, damit er'mal lerne, wie ein ehrlicher Galgen ausſieht? Laßt nur heute oder morgen in unſerer Nachbarſchaft die Trommel rühren, und die Botſchaft ausrufen, und ich will meinen Hals verwetten, daß ſie wenigſtens Einen Freiwilligen mitnehmen wird.“
„Soaſprecht Ihr, weil Ihr kein Pulver gerochen habt! Wozu würden aller Welt Dreſchflegel und Heugabeln dienen, gegen Leute, die ſich dem Teufel verſchrieben haben? Wie oft iſt der Räu⸗ ber nicht von königlichen Kreuzern bei Nachtzeit oder bei Sonnen⸗ untergang geſehen worden? Wie oft glaubten ſie ſchon, ihn um⸗ zingelt und die Diebe im Netz zu haben? Wie oft hielten ſie ſie ſchon
Der rothe Seeräuber. 2


