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„Es iſt wahr. Ich kann es beſtätigen aus Ihrem eigenen Munde.“—
Meiner guten Mutter Geſicht verzog ſich arg, und ich ver⸗ mochte kaum, meine zweideutige Sprache noch weiter fortzuführen.
„Und ſie hat die Frechheit gehabt, das Dir zu ſa en, Corny?“
„Ja, in der That; aber die Wahrheit gebietet mir hinzuzuſetzen, daß ſie heftig erröthete als ſie es geſtand, und nur halb geneigt ſchien, ſo offen zu ſeyn; das heißt, im Anfang; denn am Ende lächelte ſie mehr, als daß ſie erröthete.“
„Nun, das befremdet mich! Es iſt aber nur ein Beweis, daß Eitelkeit und weltlicher Rang und weltlicher Reichthum in den Au⸗ gen und in der Schätzung von Anneke Mordaunt höher ſtehen, als Trefflichkeit und beſcheidnes Verdienſt.“
„Welchen Reichthum und weltlichen Rang beſitze denn ich, Mutter, die ein weibliches Weſen verlocken könnten, die von Euch genannten Vorzüge zu überſehen?“
„Ich dachte in dieſem Sinne gar nicht an dich, mein Sohn. Natürlich meinte ich Mr. Bulſtrode.“
„Was hat Mr. Bulſtrode zu thun mit meiner Vermählung mit Anneke Mordaunt, oder was irgend ein andrer Menſch, als ſie, die Holde ſelbſt, welche eingewilligt hat, mein Weib zu werden,— ihr Vater, der mich als Sohn annimmt, mein Vater, welcher wohl bald ſeinem Beiſpiel folgen wird, indem er Anneke als Tochter an ſein Herz ſchließt, und Ihr, meine liebſte, theuerſte Mutter, die ein⸗ zige Perſon, welche irgend Einwendungen dagegen erheben dürfte, wie Ihr es jetzt thut!“ 5
Dieß war, wie ich ſehr gern anerkenne, eine höchſt knabenhafte Art, eine höchſt freudige Ueberraſchung zu bereiten; und ſobald ich meine Mutter in Thränen ausbrechen ſah, fühlte ich Reue und Schaam, mir dieß erlaubt zu haben, Aber die Jugend iſt die Zeit der Thorbeit, und glücklich der Mann, der ſich ſagen kann, er habe nie ein bedenklicheres Spiel mit den elterlichen Gefühlen getrieben!


