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Die Heimkehr, oder die Verfolgung : ein See-Roman / von James Fenimore Cooper. Aus dem Engl. von Carl Kolb
Entstehung
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eigenen Staatsgemach eilte. Wahrend die Seeſoldaten an der Schiffsſeite heranſtiegen, begab ſich Kapitän Truck wieder hinab, verbrachte eine Minute in ſeinem eigenen Zimmer und ging dann durch die Kajüte nach dem des Verbrechers hinüber. Er öffnete die Thüre, ohne anzupochen, und fand, wie der Unglückliche eben eine Piſtole an den Kopf geſetzt hatte, ſo daß er gerade noch recht kam, um die Kataſtrophe zu verhindern. In dem Geſichte des Unglücklichen war die Verzweiflung in ſo grellen Zügen abgebildet, daß ſich Kapitän Truck, welcher, wenn Handeln nothwendig war, nicht viele Worte zu machen pflegte, aller Verweiſe und Vorſtel⸗ lungen enthielt. Nachdem er den beabſichtigten Selbſtmord verei⸗ telt hatte, zählte er Sandon gelaſſen die fünf und dreißig Pfund hin, welche für deſſen Ueberfahrt bezahlt worden waren, und for⸗ derte ihn auf, ſie einzuſtecken.

Ich habe dieſes Geld unter der Bedingung empfangen, Euch wohlbehalten nach New⸗York zu bringen, ſagte er,und da ich meinerſeits den Vertrag nicht erfüllen kann, ſo halte ich es nur für billig, die bezogene Summe zurückzuzahlen. Sie kann Euch während der Unterſuchung nützlich werden.

Wird man mich wohl hängen? fragte Mr. Sandon mit erſtickter Stimme und eigentlich kindiſcher Zaghaftigkeit.

Das Eintreten der Seeſoldaten beugte der Antwort vor. Sie bemächtigten ſich des Verbrechers, nahmen ſeine Habſeligkeiten, die man ihnen andeutete, in Empfang und ſchafften ihn mit der ge⸗ wöhnlichen militäriſchen Schnelligkeit nach dem Boote. Nachdem dies geſchehen war, ruderte der Kutter von dem Paketſchiffe weg und wurde bald nachher wieder auf das Deck der Korvette gehißt. Einen Monat ſpäter entleibte ſich das unglückliche Opfer einer Leidenſchaft für Tand und Spielereien in London, als er eben nach Newgate gebracht werden ſollte, und ein halb Jahr nachher ſtarb ſeine unglückliche Schweſter an einem gebrochenen Herzen.