ab, obſchon ſie vielleicht Sir George Templemore und Mr. Dodge ſo ruhig wie Thiere in einer Menagerie oder wie Geſchöpfe, die ſie durchaus nichts angingen, gemuſtert haben würde.
„Sie ſind in der That Engländer,“ bemerkte Mr. Efſingham ruhig,„und ohne Zweifel auch gebildete Engländer.“
„Der Nächſte ſcheint mir ein Feſtländer zu ſeyn,“ antwortete Madam Viefoille, die ſich nicht, gleich Eva, bewogen gefuͤhlt hatte, den Blick abzuwenden;„er iſt jamais Anglais.“
Eva ließ wider Willen einen verſtohlenen Blick hinübergleiten und deutete mit dem angeborenen Scharfblicke eines Weibes an, daß ſie zu demſelben Schluſſe gekommen ſey. Die beiden Fremden waren ſchlanke, entſchieden gentlemaniſch ausſehende junge Maͤnner, ſo daß ſte wohl unter allen Umſtänden Beachtung finden mußten. Der Eine, welchen der Kapitän als Mr. Sharp anredete, war noch ſehr jung, wie ſein blühendes Geſicht bekundete, und hatte lichte Haare; dagegen zeigte das Antlitz des Anderen einen edleren und ausdrucks⸗ volleren Schnitt, und Mademoiſelle Viefville meinte in der That, ſie habe nie ein ſüßeres Lächeln geſehen, als das, womit er den Gruß auf dem Decke erwiederte. Allerdings lag auch mehr als der gewöhn⸗ liche Stempel eines feinen Umgangtons und die entſprechende Mimik darin, denn die Beobachterin glaubte in dem Lächeln des Fremden Sinnigkeit und wohl gar einen Anflug von Schwermuth leſen zu können. Sein Gefährte benahm ſich anmuthig und ganz nach den Regeln des guten Tons; indeß lag doch in ſeiner Haltung weniger von der Seele des Mannes, da ſie eher auf die geſellſchaftliche Kaſte hindeutete, zu welcher er gehörte. Dieſe Unterſcheidungen mögen dem Leſer für die Umſtände doch als gar zu fein gehalten erſcheinen; aber Mademoiſelle Viefville hatte ihr ganzes Leben in guter Geſellſchaft und in einer Stellung verbracht, in welcher Beob⸗ achtung und Urtheil— namentlich die Beobachtung des andern Ge⸗ ſchlechtes— für ſie ſehr nöthig wurden.
Jeder der Fremden hatte einen Diener bei ſich, und während


