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„Wie heißen ſte wohl?“ fragte Mademoiſelle Viefville ſcherzhaft⸗ „Die Namen geben vielleicht einen Schlüſſel zu ihren Charakteren.“
„Die Zettel, welche mit Stecknadeln an die Bettvorhänge ge⸗ heftet ſind, geben die widerſprechenden Namen Mr. Sharp's und Mr. Blunt; e indeß iſt es leicht möglich, daß bei erſterem zufäl⸗ ligerweiſe ein Buchſtabe wegblieb und Letzterer blos ein Synonym des alten nom de guèrre ‚enshe iſt.“
„Reist man denn in unſeren Tagen wirklich noch mit erborgten Namen?“ fragte Eva mit einem kleinen Anflug von der Neugier unſerer gemeinſamen Mutter, deren Namen ſie trug.
„Ja wohl, und ebenſogut, wie früher, auch mit erborgtem Gelde. Ich wette uͤbrigens, dieſe unſere beiden Neiſegefaͤhrten werden in Wahrheit ihren Namen Ehre machen— ſcharf genug und ſtumpf genug.“
„Meint Ihr, ſie könnten Amerikaner ſeyn?“
„Warum nicht? Beide Eigenſchaften ſind ja ganz indigènes, wie Mademoiſelle Viefville ſagen würde.“
„Nicht doch, Vetter John;— wir wollen uns nicht länger mit Worten herumbalgen; denn ſeit der letzten zwölf Monate habt Ihr wenig Anderes gethan, als Euch Mühe gegeben, das freudige Vorgefühl, mit welchem ich nach dem Schauplatze meiner Kindheit
zurückkehre, zu ſchwächen.“
„Liebes Kind, ich möchte nicht gerne irgend eine Deiner jugend⸗ lichen, edlen Freuden durch eine Beimiſchung meiner eigenen Bitterkeit verkümmern— aber was willſt Du? Eine kleine Vorbereitung auf das, was ſo nothwendig kommen muß, als die Sonne der Morgenröthe folgt, wird ja eher dazu dienen, die Täuſchung zu mildern, die un⸗
ausbleiblich bevorſteht.“ Eva hatte nur noch Zeit, ihm einen Blick liebevollen Dankes zuzuwerfen— denn wenn er auch im Hohne ſprach, geſchah es * Scharf. **§ Stumpf, oder auch Derb. Siehe ſpäter.


