reiſe! Da gab es kein Gegeneinanderſtoßen, man riß ſich nicht um den Platz am Tiſche, ſprudelte kein Eſſen heraus, war keinen Grob⸗ heiten ausgeſetzt, man hoͤrte kein Fluchen und Toben, kein ande⸗ res ungeberdiges Auftreten von Haſt wenn eine Schraube los wurde, und man darum die öſtlichen und ſüdlichen Boote, die Schenectady, Saratoga oder Boſtoner Bahnzüge verſäumen ſollte. Im Gegen⸗ theil— man verſah ſich mit Wein und Früchten, als ob ſich's die Reiſenden recht wohl ſeyn laſſen wollten, und betrachtete eine Reiſe immer als ein Feſt: es wurden nicht mehr Perſonen eingenom⸗ men als bequem bei einander ſeyn konnten, und hatte ſich die Ge⸗ ſellſchaft zuſammengefunden, ſo wurde die Kajüte genommen und alle unwillkommenen Gäſte ausgeſchloſſen.
Wer ſich jetzt eine Flaſche Wein zu ſeinem Couvert beſtellte, würde wie ein Narr angeglotzt werden und nicht ganz ohne Grund, denn wenn ſie auch den Klauen der Schmarozer und Aufwärter ent⸗ ginge, ſo würde er doch wahrſcheinlich die Reiſe weit früher beendigen, als er jene auszutrinken vermöchte. Anno 1803 wurde die Mittags⸗ tafel noch im Frieden und mit der Bedächtigkeit gebildeter Menſchen gehalten; Kühltrank und Nachtiſch wurden mit aufs Verdeck genom⸗ men und beide mit Ruhe genoſſen, und ſo brachte man nicht einen, ſondern manche Nachmittage zu.
Zwar wurden auch manche Fahrten auf den Schaluppen in vierundzwanzig Stunden abgemacht; doch zählten dieſe blos unter die Ausnahmen, denn weit öfter wurde eine volle Woche auf das Beſchauen der ſchönen Flußſcenerie verwendet. Das Schiff gerieth auf jeder Fahrt in der Regel wenigſtens ein⸗, häufig aber auch mehrere Mal auf den Grund und ſo gingen dem Fremden ein bis zwei Tage auf eine köſtliche Weiſe verloren, indem ihm Gelegenheit geboten ward, das umliegende Land zu beſuchen. Bei jedem widrigen Wind, jeder gegenſtrömenden Flut mußte vor Anker gegangen wer⸗ den; dies vermehrte die Veranlaſſungen zu Ausflügen, welche da⸗ durch etwas von dem Charakter von Unterſuchungsreiſen annahmen.


