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Wahrheit in ihrer Seele aufſtieg, glänzte ihr Auge mit einem Glanze, der Anweſenden übernatürlich ſchien..
„Wenn ich Dich nicht überzeugt habe, Gelſomina, daß ich nicht ſolch elender Menſch bin, als ich ſchien,“ fuhr Jacopo fort,„ſo wollte ich lieber, ich wäre verſtummt.“
Sie ſtreckte eine Hand nach ihm aus, ſenkte ihr Haupt auf ſeine Bruſt und weinte.
„Ich ſehe, wie ſie Dich in Verſuchung geführt haben, armer Carlo!“ ſagte ſie ſanft,„ich weiß, wie groß Deine Liebe zu Deinem Vater war.“
„Vergiebſt Du mir, theure Gelſomina, daß ich Deine Unſchuld hintergangen habe?“
„Du haſt mich ja nicht hintergangen. Ich habe Dich für einen Sohn gehalten, der für ſeinen Vater ſterben könnte, und ich finde nun, daß Du biſt, wofür ich Dich hielt.“
Der gute Karmeliker betrachtete dieſe Scene mit theilnehmenden nachſichtsvollen Blicken. Thränen netzten ſeine Wangen. 4.
„Eure Liebe, Kinder,“ ſagte er,„iſt ſo, daß Engel ihr ver⸗ zeihen müſſen. Hat Euer Umgang mit einander lange gedauert?“
„Jahre lang, Vater!“
„Und Du, meine Tochter, haſt mit Jacopo die Zelle ſeines Vaters beſucht?“
„Ich war immer ſeine Führerin bei dem frommen Gange, Vater!“
Der Mön8ch verſiel in tiefes Sinnen. Einige Minuten lang herrſchte Schweigen, dann erfüllte er die Obliegenheiten ſeines heiligen Amtes. Er empfing die Beichte des Gefangenen, und er⸗ theilte die Abſolution mit einem Feuer, welches ſeine innige Theil⸗ nahme an dem Schickſale des jungen Paares bewies. Hierauf gab er Gelſomina ſeine Hand und nahm mit milder Zuverſicht in ſeinen Mienen von Jacopo Abſchied.
„Wir verlaſſen Dich,“ ſagte er,„aber ſey muthig, mein Sohn. Ich kann mir nicht denken, daß ſelbſt Venedig vor einer Geſchichte,


