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Sorge— kurz, Vater!“ Jacopo verbarg ſein Geſicht in Gelſo⸗ mina's Gewändern,„ich willigte ein, daß man Gerüchte ausſprengte, welche die Aufmerkſamkeit des Publikums auf mich ziehen mußten. Ich brauche nicht zu ſagen, daß Wer zu ſeiner Schande ſich ſelber herleiht, bald von ihr ereilt werden muß.“
„Wozu ward aber dieſer elende Betrug erfunden?“
„Vater, man wendete ſich an mich, als an einen öffentlichen Bravo, und meine Denunciationen waren dem Rathe in vielerlei Beziehung von Nutzen. Wenigſtens iſt für den Fehltritt, für das Verbrechen, darein ich verfallen bin, ein kleiner Troſt, daß ich einige Menſchenleben retten konnte.“
„Jetzt verſtehe ich, Jacopo. Ich habe gehört, daß Venedig keiſan Anſtand nimmt, feurige und wackere Männer auf ſolche Weiſe zu gebrauchen. Heiliger Marcus! Kann ſolch arger Betrug unter dem Schilde deines gelobten Namens geübt werden!“
„O ja, Vater, und noch ärgerer. Ich hatte mich der Re⸗ publik auch noch zu andern Dienſten verpflichtet, in deren Ausübung ich denn auch Gewandtheit erlangte. Die Bürger wunderten ſich, daß ein Menſch, wie ich, frei umhergehn durfte, während die Rach⸗ ſüchtigen es für einen Beweis von Geſchicklichkeit hielten. Wenn das Gerücht einmal zu anſtößig wurde, ſo trugen die Dreie Sorge, es anders wohin zu lenken, und wenn es ihnen zu ſchwach dünkte, ſo wußten ſie es anzufachen. Kurz, drei lange bittere Jahre habe ich dies Leben eines Verdammten geführt— nur durch die Hoffnung aufrecht gehalten, daß ich meinen Vater befreien würde und be⸗ glückt durch die Liebe dieſes ſchuldloſen Weſens.“
„Armer Jacopo, wahrlich Du verdieneſt Mitleid! Ich will in meinem Gebete Deiner nicht vergeſſen.“
„Und Du, Gelſomina?“
Ddie Tochter des Schließers gab keine Antwort. Sie hatte begierig jede Silbe ſeiner Rede eingeſogen, und da nun die ganze


