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entkommen; oder biſt Du denn überhaupt ganz ſicher, daß er ent⸗ kommen iſt?“ 3 „Signore, iſt er noch in Venedig?“ „Danach fragen wir Dich eben. Hier iſt eine Anklage im
Löwenrachen gefunden worden, welche Dich zeiht, ihn ermordet
zu haben?“
„Und Donna Violetta auch, Excellenza?“
„Von ihr haben wir nichts gehört. Was erwiederſt Du auf dieſe Anklage?“
„Signore, warum ſollte ich meine eignen Geheimniſſe verrathen?“
„Ha, biſt Du doppelzüngig und treulos? Beſinne Dich, daß wir einen Gefangenen unter den Bleidächern haben, welcher Dir die Wahrheit wohl abpreſſen kann!“
Jacopo richtete ſich zu einer ſolchen Höhe auf, als man ſich nur vorſtellen kann, um die Erhebung eines freien Geiſtes auszu⸗ drücken. Sein Auge aber war dennoch traurig und ſeine Stimme, trotz der Anſtrengung ſie zum Gegentheil zu zwingen, ſchwermüthig.
„Senatoren,“ ſagte er,„Euer Gefangener unter den Blei⸗ dächern iſt frei.“—
„Was! Du ſcherzeſt noch in Deiner Verzweiflung!“
„Ich ſpreche wahr. Die ſo lang verzögerte Befreiung iſt endlich gekommen.“
„Dein Vater—“
„Iſt todt,“ fiel Jacopo mit feierlichem Tone ein.
Die beiden älteren Mitglieder des Raths ſahen einander über⸗ raſcht an, während ihr jüngerer Kollege mit der Theilnahme zuhörte, welche ein Neuling in geheimen und verwickelten Geſchäften zu haben pflegt. Die Erſteren beriethen ſich leiſe nnd ſagten dann dem Signor Soranzo ſo viel von ihrem Beſchluß, als ſie in dieſem Falle für nöthig erachteten.
„Wirſt Du Deine eigne Sicherheit in Erwägung ziehn, Jacopo, und uns eröffnen, was Du von der Sache des Neapolitaners


