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Der Bravo : eine venetianische Geschichte / von James Fenimore Cooper. Aus dem Engl. von G. Friedenberg
Entstehung
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„Dank, Vater, Dank! mir thut Fürbitte Noth!“

„Ich habe Gottes Gnade für Dich angerufen— Ich habe mich erinnert— aller Deiner Liebe und Sorgfalt— aller Deiner Er⸗ gebung in mein Alter und meine Leiden. Als du ein Kind warſt, Jacopo— verleitete mich— Zärtlichkeit für Dich— zur Schwach⸗ heit.— Da zitterte ich, daß Dein Mannesalter— Leid und Reue über mich bringen würde.— Du kennſt nicht die Sorgen— eines Vaters um ſein Kind— aber Du haſt ſie wohl vergolten. Knie hin, Jacopo— daß ich Gott noch innal— bitten möge, Deiner zu gedenken.“

„Ich bin neben Dir, Vater.“

Der alte Mann hob ſeinen ſchwachen Arm empor und mit einer Stimme, deren Kraft ſich neu zu beleben ſchien, ſprach er einen glühenden feierlichen Segen.

„Der Segen eines ſterbenden Vaters wird Deine Tage verſüßen, Jacopo,“ ſagte er nach einer Pauſe,„und Deinen letzten Augen⸗ blicken Frieden geben.“

„Das wird er, Vater.“

Ein rauher Ruf von der Thüre her, unterbrach ſie.

„Komm, Jacopo,“ ſagte einer von den Schließern,„der Rath verlangt Dich.“

Jacopo fühlte das krampfhafte Zucken ſeines Vaters und gab keine Antwort.

„Wollen ſie Dich nicht— noch ein Paar Minuten hier laſſen?“ ſtammelte der alte Mann;„ich werde Dich nicht lange mehr aufhalten.“

Die Thüre ging auf und ein Strahl der Lampe fiel auf die Gruppe im Gemach. Der Schließer war ſo menſchlich wieder

zuzumachen, und Alles im Dunkel zu laſſen. Jacopo gewann

durch dies Streiflicht einen letzten Blick in ſeines Vaters Geſicht. Der Tod hauſte darin entſetzlich, aber die Augen waren in unaus⸗ ſprechlicher Liebe dem Sohne zugekehrt.