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Der Bravo : eine venetianische Geschichte / von James Fenimore Cooper. Aus dem Engl. von G. Friedenberg
Entstehung
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Marmorarten Ikaliens und des Oſtens, auf's künſtlichſte polirt und zierlich gefächert, vollendeten den ſtolzen Styl, welcher Glanz und Geſchmack vereinigte.

Das Gebäude, welches auf zwei Seiten unmittelbar aus dem Waſſer hervorſtieg, hatte in der Mitte, wie gewöhnlich, einen dun⸗ klen Hof. Den verſchiedenen Seiten des Hauſes folgend, konnte man durch manche zu dieſer Stunde dem kühlen Zug der Seeluft geöffnete Thür, in die langen Reihen der Gemächer blicken, deren Ausſtattung wir eben beſchrieben haben, und in denen umſchattete Lampen ein ſanftes angenehmes Licht verbreiteten. Wir müſſen ohne Unterſchied durch Beſuchzimmer und Schlafgemächer, welcher letzteren Einrichtung die gemeinen Bedürfniſſe des Lebens zu ver⸗ ſpotten ſchien, den Leſer in einen Theil des Palaſtes führen, zu welchem der Fortgang unſrer Geſchichte uns ruft.

In der Ecke des Hauſes, an dem kleineren der beiden Kanäle, und ganz entfernt von dem Hauptkanale der Stadt, dem das Ge⸗ bäude die Fronte zukehrte, befand ſich eine Reihe von Zimmern, welche nicht mindere Pracht, als die zuvor beſchriebenen, verriethen,⸗ aber zugleich mehr Rückſicht auf die Bequemlichkeiten des gewoͤhn⸗ lichen Lebens. Die Vorhänge waren vom ſchwerſten Sammet oder von glänzendem Seidenzeuge, die Spiegel waren groß und äußerſt rein, die Fußböden wieder von gefälligen heitern Farben, und die Wände mit Kunſtwerken bedeckt. Aber das Ganze bot mehr ein Bild häuslicher Behaglichkeit dar. Die Wandbekleidungen und Vor⸗ hänge hingen in ungezwungnen Falten herab, die Betten waren zum Schlafen eingerichtet, die Gemälde waren zarte Kopien von der Hand einer jungen Liebhaberin, deren Muße in dieſer artigen und weiblichen Beſchäftigung ſich ergötzte.

Die Schöne, welche früh unterrichtet ſo viele geſchickte Nach⸗ dildungen der goͤttlichen Geſtalten Raphael's, oder der herrlichen Färbung Titian's, in's Leben gerufen, hatte eben in ihrem Gemach eine Unterredung mit ihrem geiſtlichen Rathgeber und mit einer