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Der Bravo : eine venetianische Geschichte / von James Fenimore Cooper. Aus dem Engl. von G. Friedenberg
Entstehung
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ſeine Sorge für ihr perſönliches Wohl zu gut, um in einer Sache, die ihre eigne Sicherheit anging, ihm zu mißtrauen.

„Wenn Du Furcht haſt, daß hier Polizeiſpione ſind,“ ſagte ſie zu dem Padrone in einem Tone, der ihren Wunſch verrieth,„ſo kann Gino Dich leicht enttäuſchen. Bezeug ihm doch, Gino, daß bei einem Geſchäft der Art kein Verdacht eines Verraths mich tref⸗ fen kann.“

„Laß mich dem Calabreſen ein Wort in's Ohr ſagen,“ erwie⸗ derte der Gondolier mit Nachdruck.—„Stefano Milano, wenn Du mich lieb haſt,“ ſprach er, als ſie ein wenig bei Seite getre⸗ ten waren,„ſo verwickle das Mädchen hier in Unterredung, und handle mit ihr auf gut Glück.“

„Soll ich ihr Don Camillo's Weinärndte oder die des Viee⸗ königs von Sicilien verkaufen, caro? ˙S iſt von beiden ſoviel Wein an Bord der bella Sorrentina, daß die Flotte der Republik darin ſchwimmen könnte.“

„Wenn Du wirklich trocken biſt, ſo ſtelle Dich wenigſtens, als hätteſt Du etwas, und mach' Schwierigkeiten mit dem Preiſe. Halte ſie nur eine Minute mit Redensarten hin, daß ich inzwiſchen un⸗ bemerkt in meine Gondel kommen kann, und dann, einem alten ge⸗ prüften Freund zu Liebe, bringe ſie ſänftiglich auf den Quai mit der ſchönſten Manier, die nur möglich iſt.“

„Aha! ich fange an, den Sinn von der Sache zu begreifen,“ ſagte der gefällige Padrone, einen Finger ſeitwärts an die Naſe legend.„Ich will mit dem Frauenzimmer eine Stunde lang von der Blume meines Weins, oder, wenn Du willſt, von ihrer Schön⸗ heit ſchwatzen; aber aus den Rippen der Feluke einen Tropfen beſ⸗ ſeres als Lagunenwaſſer preſſen, wäre ein Wunder San Theo⸗ dors würdig.“

„Du brauchſt nicht eben von was anderem zu ſprechen als von der Güte des Weins. Das Mädchen iſt nicht wie andere, und ſie nimmt's bald übel, wenn man von ihrem Aeußern ſchwatzt. Wahr⸗