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neval, und der Käufer wie der Verkäufer hat es frei, ſein Geſicht zu verſtecken ſo gut als ſeine Gedanken. Was haſt Du im Artikel verbotner Weine, Stefano, damit meine Gefährtin den Abend nicht mit müßigen Worten verliere?“
„Per Diana! Meiſter Gino, Du biſt ohne Umſtände in Dei⸗ nen Fragen. Der Raum der Feluke iſt leer, wie Du Dich über⸗ zeugen kannſt, wenn Du die Treppe hinunter ſteigen willſt. Was aber Wein anbelangt, ſo lechzen wir nach einem Tropfen unſer Blut zu wärmen.“
„Statt alſo herzukommen, ihn hier zu ſuchen,“ ſagte Annina, „hätten wir beſſer gethan, nach der Cathedrale zu gehen und ein Ave zu beten für Deine glückliche Heimfahrt. Und nun, da unſer Witz aus iſt, wollen wir gehn, und einen Andern ſuchen, der we⸗ niger pfiffig im Antworten iſt, als Du, Meiſter Stefano.“
„Cospetto! Du weißt nicht, was Du ſprichſt,“ flüſterte Gino, als er ſah, daß die vorſichtige Annina nicht bleiben wollte,„der Mann beſucht nicht die kleinſte Bucht in Italien, ohne auf eigne Rechnung etwas Nutzbares in der Feluke verſteckt mitzubringen. Ein einziger Kauf von ihm entſcheidet die Frage, ob Deines Vaters Weine oder die von Baptiſta beſſer ſind. Da iſt kein Gondolier in ganz Venedig, der nicht in Deinen Laden läuft, wenn Du mit dem Burſchen da ein Geſchäft abſchließen kannſt.“
Annina ward nachdenklich. Die lange Uebung in dem kleinen, aber geheimen und überaus gefährlichen Handel, den ihr Vater, trotz der wachſamen und ſtrengen venetianiſchen Polizei, bisher glück⸗ lich geführt hatte, machte ihr es einerſeits bedenklich, einem gänz⸗ lich Unbekannten ihre Abſicht zu zeigen, andrerſeits aber ein Ge⸗ ſchäft aufzugeben, wobei etwas zu gewinnen ſeyn konnte. Daß Gino in Bezug auf ſeinen Auftrag ſie geäfft hatte, war ganz klar, da ein Diener des Herzogs von San Agata nicht leicht einer Verklei⸗ dung bedürfen konnte, um ſo einen Prieſter aufzuſuchen, doch kannte ſie
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