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Der Bravo : eine venetianische Geschichte / von James Fenimore Cooper. Aus dem Engl. von G. Friedenberg
Entstehung
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angetaſtet werde. Aber ſo ein Miethling für zwei oder zehn oder

auch hundert Zechinen!“ „Ich danke Dir für den Wink, Gino. Geh' ſchlafen in Deine Gondel, und ſchicke Giorgio in mein Kabinet.“

„Signore!“

„Biſt Du denn entſchloſſen keinen von meinen Aufträgen aus⸗ zuführen?“

„Befehlen Ew. Excellenz, daß ich auf dem Fußweg zur Seufzer⸗ brücke gehe oder durch die Kanäle?“ 4

„Du könnteſt einer Gondel bedürfen— zu Waſſer.“

„Ehe ſich ein Gaukler umdrehen kann, ſoll Antwort da ſeyn von Jacopo.“

So ſeine Abſicht plötzlich ändernd, verließ der Gondolier das Zimmer; ſein Widerwille verſtummte augenblicklich, als er ſah, daß ein Andrer das ihm vom Herrn geſchenkte Vertrauen genießen ſollte. Er ſtieg ſchnell eine geheime Treppe hinunter, um den Hausflur zu vermeiden, wo ein halbes Dutzend Dienſtleute verſchie⸗ dentlich beſchäftigt war. Ein enger Korridor des Palaſtes führte ihn in einen innern Hof, und dann durch eine niedrige, unſchein⸗ bare Thür in einen dunklen Weg, der mit der nächſten Straße zuſammenhing. 3

Unſre Zeit iſt zwar reich an Betriebſamkeit und Kenntniß, und der atlantiſche Ocean keine Schranke mehr, ſelbſt für Vergnügungs⸗ reiſen, aber doch haben ſehr viele Amerikaner nie Gelegenheit ge⸗ habt, mit eigenen Augen das Land zu ſehen, in welchem die Stadt, die jetzt Gino ſo eilig durchwandelte, nicht das letzte des Merk⸗ würdigen iſt.

Die ſo glücklich waren, Italien beſucht zu haben, werden daher entſchuldigen, wenn wir eine kurze, aber wie uns dünkt, nützliche Abſchweifung zum Beſten Derer machen, die ſich dieſes Vorzugs

nicht erfreuen.. Venedig ſteht auf einer Gruppe niedriger, ſandiger Inſeln.