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bilden vor der Thür eines jeden irgend bedeutenden Hauſes eine Art kleinen Hafen für die dem Haushalt nöthigen Gondeln.
„Wohin belieben Ew. Excellenz?“ fragte Gino, als er merkte, daß ſein ſympathetiſches Zögern keinen weitern Auftrag bewirkte.
„Nach dem Palazzo!“
Giorgio warf einen Blick der Verwundrung auf ſeinen Kame⸗ raden, jedoch die folgſame Gondel ſchoß, wie auf plötzlichen innern Antrieb, der düſtern aber reichen Wohnung vorüber. Einen Augen⸗ blick darauf drehte ſie ſich ſeitwärts, und an dem hohlen Rauſchen wie Waſſer von hohen Mauern eingedämmt es erzeugt, war zu merken, daß man in einen engern Kanal einfuhr. Mit verkürzten Rudern ließen die Leute das Boot nach vorwärts gehn, jetzt in einen neuen Kanal kurz einbiegend, jetzt unter einer niedrigen Brücke hin⸗ ſchlüpfend, jetzt den bei Bootsleuten des Landes üblichen hellen, aber wohlklingenden Laut ausſtoßend, welcher den Entgegenſchiffenden zur Warnung dient. Bald jedoch wandte Gino mit einer Rückbewegung des Ruders den Bord des gehemmten Fahrzeugs einer kleinen Treppe zu.
„Du folgſt mir,“ ſagte Don Camillo, indem er ſeinen Fuß mit gewohnter Vorſicht auf die naſſen Steine ſetzte, und legte eine Hand auf Gino's Schulter.„Ich habe einen Auftrag für Dich.“
Weder der Hausflur, noch der Eingang und was ſonſt von der Wohnung zunächſt in die Augen ſiel, verrieth ſoviel Pracht und Reichthum, als jener Palaſt im großen Kanal, doch war immer noch die Wohnung eines Edelmanns von Bedeutung daran zu erkennen.
„Du wirſt wohl thun, Gino, Dein Glück der neuen Gondel anzuvertrauen,“ ſagte der Herr, die ſchweren Steinſtufen zu einem obern Flur hinanſteigend, und wies auf ein neues, ſchönes Boot, welches in einem Winkel der geräumigen Halle lag, wie man etwa anderswo Kutſchen im Hofe ſtehn ſieht.„Du weißt, Freund, wer Gunſt finden will bei Jupiter, muß ſelber Hand an's Werk legen.“
Gino's Auge glänzte vor Freude und er ergoß ſich in Dank⸗ ſagungen. Der erſte Flur war erreicht und ſchon befanden ſich die


