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ihr Herren— viert und halt an einem Gedanken herum, bis er zuletzt das eine Ende nicht mehr vom andern unterſcheiden kann.“
„Das iſt bei Männern von ſo hohem Alter keineswegs unge⸗ wöhnlich,“ bemerkte der Herzog.„Sie erinnern ſich zuweilen ein⸗ zelner Umſtände aus ihrer Jugendzeit, während ihr ganzes ſpäteres Leben wie ein unbeſchriebenes Blatt vor ihnen liegt. Ich habe dieſes gerade bei unſerem ehrwürdigen Freunde wahrgenommen; doch ſollte es, denk' ich, nicht ſo ſchwer fallen, das Andenken an Admiral Bluewater, oder ſelbſt an Euch, Sir Wycherly, in ſeinem Geiſte wieder aufzufriſchen. Laßt mich einmal die Sache verſuchen, Galleygo.“
„Ja, Lord Geoffrey“— denn ſo nannte der Hofmeiſter noch immer den einſtigen Kadetten—„Ihr handhabt ihn allerdings mehr, wie ein raſcharbeitendes Boot, und beſſer, als jeder von uns zu thun vermag; ſo will ich die Gelegenheit benützen und unſeres alten Lieutenants junges Volk ein wenig überholen, um zu ſehen, welche Art von Fahrzeugen er für die nächſte Generation vom Stapel laufen ließ.“
„Sir Gervaiſe,“ ſprach der Herzog, ſich über den Stuhl des Greiſes lehnend,„hier iſt Sir Wycherly Wychecombe, der einſtens eine kurze Zeit als Lieutenant bei uns diente— es war damals, als Ihr Euch auf dem Plantagenet befandet. Ihr erinnert Euch doch gewiß noch des Plantagenets, mein theurer Sir?“ 3
„Des Plantagenets?— Ganz gewiß, Herzog; ich habe ihre ganze Geſchichte geleſen, als ich noch Knabe war. Die Eduarde, die Heinriche, die Richarde—“
Bei dem letzten Namen hielt er inne; die Muskeln ſeines Ge⸗ ſichtes zuckten, denn das Gedächtniß hatte eine Saite berührt, welche immer noch in ihm nachklang. Doch war die Berührung zu ſchwach, um mehr als eine kleine Pauſe hervorzurufen.
„Da habt ihr's,“ brummte Galleygo, der eben damit beſchäf⸗ tigt war, Agneſens Geſicht mit Hülfe einer ſilbernen Brille zu muſtern, welche er von ſeinem Herrn zum Geſchenk erhalten hatte


