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Der Wildtödter : eine Erzählung / von James Fenimore Cooper
Entstehung
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lebten, was jedoch nicht der Fall iſt aber wenn Beide noch lebten, ſo fühle ich mich gegen kein Weib ſo geſinnt, daß ich Jene verlaſſen moͤchte, um ihr anzuhängen.

Das iſt genug, antwortete Judith mit beſchämter und er⸗ ſtickter Stimme.Ich verſtehe ganz, was Ihr meint. Heirathen könnt Ihr nicht ohne Liebe; und dieſe Liebe fühlt Ihr für mich nicht. Antwortet nicht, wenn ich Recht habe, denn ich verſtehe Euer Schweigen. Dieß ſchon für ſich wird peinlich genug ſeyn.

Wildtödter gehorchte und antwortete nicht. Länger als eine Minute hielt das Mädchen ihre glänzenden Augen auf ihn geheftet, als wollte ſie in ſeiner Seele leſen; während er im Waſſer ſpie⸗ lend da ſaß, wie ein geſtraſter Schulknabe. Dann ſenkte Judith ſelbſt ihre Ruderſchaufel ims Waſſer, und trieb das Canoe von der Stelle weg, mit einer ſo widerſtrebenden Bewegung, als die Gefühle, welche ſie dazu veranlaßten. Wildtödter jedoch unter⸗ ſtützte ruhig ihre Anſtrengung und bald waren ſie auf der ſpur⸗ loſen Bahn, die der Delaware eingeſchlagen.

Auf der Fahrt nach dem Vorſprung ward kein Wort mehr zwiſchen Wildtödter und ſeiner ſchönen Begleiterin gewechſelt. Da Judith im Vordertheil des Canoes ſaß, wandte ſie ihm den Rücken zu, ſonſt hätte vermuthlich der Ausdruck ihres Geſichts ihn ver⸗ anlaßt, einige begütigende, tröſtende Worte der Freundſchaft und Achtung gegen ſie zu wagen. Was man kaum hätte erwarten ſollen ſie empfand noch immer keine Bitterkeit gegen ihn, ob⸗ wohl ihre Farbe häufig von der flammenden Röthe der kränkenden Beſchämung zur Bläſſe der getaͤuſchten Erwartung überging. Kummer, tiefer herzinniger Kummer jedoch war das vorwaltende Gefühl, und dieſer verrieth ſich auch in einer nicht zu mißdeuten⸗ den Weiſe.

Da Keines von Beiden ſich ſehr anſtrengte mit Rudern, war die Arche ſchon angekommen und die Mannſchaft ausgeſchifft, ehe das Canoe mit den zwei Nachzüglern den Vorſprung erreichte.