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des unglücklichen Mädchens war ſchon weit erhaben und entrückt über die Irrthümer oder Täuſchungen irgend eines menſchlichen Rituals. Es fehlte jedoch dieſen einfachen Bräuchen nicht ganz an geziemender Begleitung und Zuthat. Die Thränen Judith's und Hiſt's floſſen ungehemmt, und Wildtodter ſtarrte in das klare Waſſer⸗ das jetzt über Einer wogte, deren Geiſt noch reiner ſogar war, als ſeine eignen Gebirgsquellen, mit glänzenden Augen. Selbſt der Delaware wandte ſich ab, ſeine Rührung zu verbergen, während die gemeinen Soldaten der Ceremonie mit ſtaunenden Augen und ernſteren Empfindungen zuſahen.
Mit dieſer frommen Pflichterfüllung ſchloß ſich das Geſchäft des Tages. Auf Befehl des kommandirenden Officiers begaben ſich Alle früh zur Ruhe, denn es war der Plan, mit Tagesanbruch den Rückmarſch wieder anzutreten. Eine Abtheilung, welche die
Verwundeten, die Gefangenen lund die Trophäen mit ſich führte,
hatte wirklich ſchon im Laufe des Tags, unter Hurry's Führung, das Caſtell verlaſſen, mit der Abſicht, in kürzern Märſchen das Fort zu erreichen. Sie war auf dem oft erwähnten Vorſprung, den wir auf den erſten Blättern beſchrieben haben, an's Land geſetzt worden; und als die Sonne unterging, lagerte ſie ſchon auf der Höhe der langhingeſtreckten, unterbrochnen, unebnen Hügel, die gegen das Thal des Mohawk hin abfielen. Der Abmarſch dieſer Abtheilung hatte die Pflichten des folgenden Tages ſehr vereinfacht, indem er den Marſch um das Gepäck und die Verwundeten erleich⸗ terte, und überhaupt dem Befehlshaber größere Freiheit in ſeinen Bewegungen ließ.
Judith ſprach nach dem Tode ihrer Schweſter mit Niemand als mit Hiſt, bis ſie ſich für dieſe Nacht zur Ruhe begab. Man hatte ihren Kummer geachtet, und die beiden Mädchen mit dem Leichnam, bis auf den letzten Augenblick, ungeſtört allein gelaſſen. Das Raſſeln der Trommeln unterbrach die Stille dieſes friedlichen Waſſers, und man vernahm ſobald nach dem Schluß der Ceremonie


