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Der Wildtödter : eine Erzählung / von James Fenimore Cooper
Entstehung
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herabſinkend, klar und vernehmlich blieb. Als aber ihre Schweſter dieſe Frage an ſie that, ergoß ſich eine Röthe über das Angeſicht des ſterbenden Mädchens, ſo zart jedoch, daß ſie kaum wahrnehm⸗ bar war,— mehr jenem Roſenfarb ähnlich, das man für das Symbol der Beſcheidenheit nimmt, als der Glut dieſer Blume in ihrer üppigeren Blüthe. Niemand außer Judith bemerkte dieß Zeichen eines innern Gefühls— eine der leiſen Offenbarungen weiblicher Erregbarkeit noch in der Nähe des Todes. Ihr aber blieb es nicht verborgen, und ſie verhehlte ſich auch den Grund davon nicht.

„Hurry iſt hier, liebſte Hetty,“ flüſterte die Schweſter, und beugte ſich ſo nahe über das Geſicht der Leidenden hin, daß kein andres Ohr die Worte vernahm.„Soll ich ihm ſagen, daß er herantrete, und Deine Segenswünſche empfange?“

Ein leiſer Druck der Hand beantwortete die Frage bejahend, und jetzt ward Hurry an das Lager geführt. Vermuthlich hatte ſich dieſer hübſche aber rohe Waldmann noch nie zuvor in einer ſo peinlichen Lage befunden, obwohl die Neigung, welche Hetty für ihn fühlte,(eine Art geheime Nachgiebigkeit gegen die In⸗ ſtinkte der Natur mehr als ein ungeziemender Trieb einer unge⸗ ordneten Einbildungskraft) zu rein und zurückhaltend war, als daß die geringſte Ahnung davon in ſeiner Seele geweckt worden wäre. Er ließ Judith ſeine harte, koloſſale Hand in Hetty's Hände legen, und ſtand in verlegenem Stillſchweigen, des Ergebniſſes harrend da.

„Das iſt Hurry, Theuerſte,“ flüſterte Judith, ſich über ihre Schweſter beugend, ſich ſchämend die Worte nur ſo laut auszu⸗ ſprechen, daß ſie ſelbſt es hörte:„ſprich zu ihm und entlaß ihn dann.“

„Was ſoll ich ihm ſagen, Judith?“

„Ha, was Dir immer Dein reiner Geiſt eingibt, meine Liebe! Vertraue dem, ſo brauchſt du Nichts zu fürchten.“

„Lebt wohl, Hurry,“ flüſterte das Mädchen und drückte ſanft

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