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Der Wildtödter : eine Erzählung / von James Fenimore Cooper
Entstehung
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kriechendes Wieſel der Delawaren; tretet nicht hier auf mit der Miene eines unſchuldigen Mannes. Geht, ſchaut in die Quelle; ſeht die Farben Eurer Feinde auf Eurer lügenden Haut; dann kommt zurück und prahlt, wie Ihr Eurem Stamme entflohen ſeyd, und das Tuch der Franzoſen zu Eurer Bekleidung machtet! Malt Euch immerhin ſo bunt an wie der Colibri, Ihr bleibt doch ſchwarz wie die Krähe!“

Hiſt war während ihres Aufenthaltes unter den Huronen ſo gleichmäßig ſanft geweſen, daß ſie jetzt ihre Sprache mit Erſtaunen anhörten. Dem Angeſchuldigten ſelbſt kochte das Blut in den Adern; und es war gut für die hübſche Sprecherin, daß es nicht in ſeiner Macht ſtand, die Rache auszuüben, die er, trotz ſeiner vorgeblichen Liebe, ihr anzuthun vor Begierde brannte.

„Wer will Etwas von Briarthorn?“ fragte er finſter.„Wenn das Bleichgeſicht des Lebens überdrüſſig iſt; wenn es indianiſche Martern fürchtet, ſo ſprecht, Rivenoak! ich will ihn den Kriegern nachſenden, die wir verloren haben.“

„Nein, Häuptling; nein, Rivenoak,“ unterbrach ihn Hiſt lebhaft. „Wildtödter fürchtet Nichts; am allerwenigſten eine Krähe! Bindet ihn los— zerſchneidet die Baſtſeile— ſtellt ihn Stirn gegen Stirn dieſem krächzenden Vogel gegenüber; dann laßt uns ſehen, wer des Lebens überdrüſſig iſt.“

Hiſt machte eine raſche Bewegung vorwärts, als wollte ſie einem jungen Mann ein Meſſer aus der Hand nehmen, und in eigner Perſon dem Gefangnen jenen Dienſt leiſten; aber ein bejahrter Krieger verhinderte es auf einen Wink Rivenoak's. Dieſer Häuptling beobachtete mit Mißtrauen Alles, was das Mädchen that; denn während ſie mit der entſchloſſenſten Haltung die prahle⸗ riſchſte Sprache führte, war in ihrem Weſen doch etwas Unſichres und Erwartungsvolles, was einem ſcharfen Beobachter nicht ent⸗ gehen konnte. Sie ſpielte ihre Rolle gut; aber zwei oder drei von den ältern Männern waren gleicherweiſe überzeugt, daß es

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