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Monarchen ſind viele Abſtufungen des Ranges, und eine davon nehme ich ein. Welches dieſer Rang ſey, iſt unnöthig, ſo genau anzugeben, denn Ihr würdet es doch nicht verſtehen. Euch darüber zu belehren müßt Ihr Euern ſehenden Auge überlaſſen. Ihr ſchaut, was ich bin; Ihr müßt fühlen, indem Ihr meine Worte höret, daß Ihr Eine höret, die Eure Freundin oder Eure Feindin zu ſeyn vermag, je nachdem Ihr ſie behandelt.“
Dieß ward ganz angemeſſen vorgetragen, mit gebührender Rückſicht auf ihr Benehmen und mit einer ſichern Feſtigkeit des Tones, die in der That überraſchend war, in Betracht aller Um⸗ ſtände des Falles. Auch ward dieſe Rede gut, obwohl einfach, in die indianiſche Sprache überſetzt, und mit einem Ernſt und einer Achtung aufgenommen, die für den Erfolg des Mädchens nur Gutes weiſſagten. Aber die Gedanken der Indianer laſſen ſich nicht ſo leicht bis auf die innerſte Quelle ergründen. Judith wartete mit ängſtlicher Spannung auf die Antwort, ebenſo ſehr von Hoffnung als von Zweifel erfüllt. Rivenoak war ein fertiger Sprecher, und er antwortete ſo raſch, als ſich mit den Begriffen von indianiſchem Wohlſtand vertrug; denn dieß eigenthümliche Volk ſcheint eine kurze Verzögerung der Antwort für ein Zeichen der Achtung zu halten, ſofern dadurch an den Tag gelegt wird, daß man die vernommenen Worte auch gebührend erwogen hat.
„Meine Tochter iſt ſchöner als die wilden Roſen am Ontario; ihre Stimme iſt lieblich für das Ohr wie der Geſang des Zaun⸗ königs,“ antwortete der vorſichtige und ſchlaue Häuptling, der allein unter der ganzen Bande ſich nicht ganz hinnehmen ließ von der prächtigen und ungewöhnlichen Erſcheinung Judith's, und der bei ſeiner Verwunderung doch noch Mißtrauen hegte;„der Colibri iſt nicht viel größer als die Biene, und doch ſind ſeine Federn ſo glänzend wie der Schweif des Pfauen. Der Große Geiſt verleiht manchmal ſehr prächtige Kleider ſehr kleinen Thieren. Und doch
bedeckt er das Elenthier auch mit groben Haaren. Dieſe Dinge Der Wildtödter. 3. Aufl. 4²


