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Der Wildtödter : eine Erzählung / von James Fenimore Cooper
Entstehung
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. 655 dem ſchimmernden Atlaß⸗ und den reichen Spitzen mehr Ehre gebracht hätten, als das ſchöne Weſen, deren Perſon er jetzt ſchmücken half.

Die Wirkung einer ſolchen Erſcheinung war nicht übel berech⸗ net. Im Augenblick, wo Judith ſich innerhalb des Kreiſes befand, ward ſie einigermaßen für die furchtbare perſönliche Gefahr, der ſie ſich ausſetzte, entſchädigt durch den unzweideutigen Eindruck von Ueberraſchung und Bewunderung, den ihre Erſcheinung hervor⸗ brachte. Die grimmigen alten Krieger ließen ihren Lieblingsruf: „Hugh!’ hören. Die jüngern Männer waren noch ſtärker hinge⸗ nommen, und ſelbſt die Weiber blieben nicht zurück, ihr Wohlge⸗ fallen durch offene Aeußerungen kund zu geben. Nur ſelten hatten dieſe rohen Kinder des Waldes andere weiße Frauen, als von der niedrigſten Claſſe, geſehen, und was Kleider betrifft, ſo hatte ihr Auge noch nie ſo viel Glanz und Schimmer erblickt. Die luſtigſten Uniformen von Franzoſen und Engländern erſchienen matt, ver⸗ glichen mit dem ſchillernden Brokat; und während die ſeltne kör⸗ perliche Schönheit der Trägerin die Wirkungen der Farben noch erhöhte, verfehlte der Anzug nicht, dieſe Schönheit noch hervorzu⸗ heben in einer Art, welche ſelbſt die Hoffnungen des Mädchens übertraf. Wildtödter ſelbſt war ganz verblüfft, und dieß ebenſo ſehr über das glänzende Bild, welches das Mädchen darbot, als über die Gleichgültigkeit gegen die Folgen, womit ſie der Gefahr des gethanen Schrittes trotzte. Unter ſolchen Umſtänden warteten Alle ab, bis der Beſuch ſeine Abſicht erklären würde, die den Meiſten der Zuſchauer ebenſo unbegreiflich ſchien, wie deſſen Erſcheinung.

„Welcher von dieſen Kriegern iſt der vornehmſte Häuptling?“ fragte Judith den Wildtödter, ſobald ſie merkte, daß man von ihr die Eröffnung der Unterredung erwartete;„mein Auftrag iſt zu wichtig, um an Einen von niedrigerem Rang beſtellt zu werden. Zuerſt erklärt den Huronen, was ich ſage; dann gebt mir Antwort

auf die Frage, die ich gethan.“