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plötzlich den Charakter von kränkenden Leiden an, die jedes huro⸗ niſche Weib betroffen. Dieſem ſich erhebenden Tumult nachgebend, zogen ſich die Männer ein Wenig zurück, den Weibern bedeutend, daß ſie den Gefangenen eine Weile in ihren Händen ließen; denn es war bei ſolcher Gelegenheit ein gewöhnlicher Kunſtgriff, daß die Weiber durch ihre Verhöhnungen und Schmähungen das Opfer in einen Zuſtand von Wuth zu verſetzen ſuchten, und es dann plötzlich den Männern überlieferten, in einem Gemüthszuſtand, der wenig günſtig war, den Qualen körperlicher Peinigung Wider⸗ ſtand zu leiſten. Auch war dieſe Geſellſchaft nicht ohne die geeig⸗ neten Werkzeuge, einen ſolchen Zweck zu erreichen. Sumach hatte einen großen Ruf als Keiferin und Schreierin; und ein paar alte Weiber, wie die Bärin, waren mit der Truppe ausgezogen, höchſt wahrſcheinlich als Wächterinnen des Anſtands und der moraliſchen Disciplin; denn dergleichen kommt im wilden ſo gut wie im civyili⸗ ſirten Leben vor. Es iſt unnöthig Alles zu wiederholen, was Wildheit und Unwiſſenheit zu dieſem Behuf zu erſinnen vermochten; der einzige Unterſchied zwiſchen dieſem Ausbruch weiblichen Zorns und einer ähnlichen Scene unter uns beſtand nur in den Rede⸗ figuren und den Prädikaten;— die huroniſchen Weiber benannten ihren Gefangenen mit den Namen der niedrigſten nnd verachtetſten Thiere, die ihnen bekannt waren.
Aber Wildtödter's Geiſt war zu ſehr beſchäftigt, als daß er hätte durch das Schimpfen erbitterter Hexen ſollen geſtört werden; und da ihre Wuth nothwendig mit ſeiner Gleichgültigkeit ſtieg, ſo wie ſeine Gleichgültigkeit mit ihrer Wuth, wurden die Furien bald durch das Uebermaß unfähig, weiter fort zu machen. Die Krieger, als ſie bemerkten, daß dieſer Verſuch gänzlich fehlgeſchlagen, traten ins Mittel und machten der Scene ein Ende; und dieß um ſo mehr, da man jetzt ernſtlich Vorbereitungen machte zu dem An⸗ fang der wirklichen Martern, derjenigen, welche die Seelenſtärke des Dulders auf die Probe heftiger, körperlicher Schmerzen ſtellen


