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Selten denken die Menſchen an den Tod in dem ſtolzen Gefühl ihrer Geſundheit und Stärke. So war es bei Wildtödter. Nach⸗ dem er hülflos gebunden, und, wie er allen Grund gehabt zu glauben, ſo ganz kürzlich erſt am Rande der andern Welt geweſen war, wirkte jetzt das, daß er ſich ſo unerwartet befreit, im Beſitz ſeiner Kraft, und völlig Herr ſeiner Glieder ſah, auf ihn wie eine plötzliche Wiederbelebung, und fachte in ihm wieder Hoffnungen an, die er zuvor ſchon ganz aufgegeben hatte. Von dieſem Au⸗ genblicke an änderten ſich alle ſeine Plane. Hierin gehorchte er einfach einem Geſetz der Natur; denn wenn wir unſern Helden als ergeben in ſein Schickſal darzuſtellen wünſchten, war es doch ent⸗ fernt nicht unſere Abſicht, ihn als verlangend nach dem Tode zu ſchildern. Von dem Augenblick an, wo ſein Kraftgefühl friſch wieder auflebte, waren ſeine Gedanken lebhaft auf die verſchiedenen Entwürfe gerichtet, die ſich ihm darboten, um mittelſt ihrer den Anſchlägen ſeiner Feinde ſich zu entziehen; und er wurde wieder der beſonnene, ſinnreiche und entſchloſſene Waldmann, der aller ſeiner Kräfte und Hülfsquellen ſich bewußt und ſie zu benützen bereit war. Der Wechſel war ſo groß, daß auch ſein Geiſt wieder ſeine Spannkraft gewann; und nicht mehr an Unterwerfung denkend, verweilte er nur bei den Liſten und Anſchlägen der Art von Krieg⸗ führung, worin er jetzt verwickelt war.
Sobald Wildtödter losgebunden war, vertheilte ſich die Bande in einen Kreis um ihn her, um ihn einzuhegen; und der Wunſch, ſeinen Muth und Geiſt zu brechen, wuchs in ihnen, je mehr ſie Beweiſe von der Schwierigkeit ſahen, ihn zu beugen. Die Ehre der Truppe ſtand jetzt bei dem Ausgang auf dem Spiel; und ſelbſt das ſchöne Geſchlecht verlor all' ſein Mitgefühl mit menſchlichem Leiden über dem Wunſch, die Ehre des Stammes gerettet zu ſehen. Die Stimmen der Mädchen, ſanft und melodiſch wie die Natur ſie geſchaffen, hörte man mit den Drohungen der Männer ſich miſchen; und die der Sumach widerfahrenen Unbilden nahmen


