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kränken. Ihr ſeyd keine Schönheit, wie Ihr ſelbſt wiſſen müßt, und warum ſollten Freunde einander ſolche Kleinigkeiten nicht ſagen? Wenn Ihr ſchön wäret, oder es je zu werden Ausſicht hättet, ſo wäre ich Einer der Erſten, der es Euch ſagte; und das ſollte Euch zufrieden ſtellen. Wenn nun Jude mir ſagte, ich ſey ſo häßlich wie die Sünde, ich würde es als eine Art Compliment nehmen und mich beſtreben, ihr nicht zu glauben.“
„Es iſt für Solche, welche die Natur begünſtigt hat, leicht, über ſolche Dinge zu ſpaßen, Hurry, aber manchmal hart für Andere. Ich will nicht läugnen, daß auch ich den Wunſch gehabt habe, gut auszuſehen, ja das habe ich; aber ich habe doch immer vermocht, den Wunſch zu unterdrücken durch die Erwägung, wie Viele ich gekannt habe mit ſchönen Außenſeiten, die innerlich Nichts hatten, ſich deſſen zu rühmen. Ich will nicht laͤugnen, Hurry, daß ich oft wünſche, ich wäre anſprechender geſchaffen für das Auge, mehr wie Einer Euresgleichen in dieſen Punkten; aber dann über⸗ winde ich dieſe Gefühle durch den Gedanken, wie viel beſſer ich dran bin in gar vielen Hinſichten, als manche meiner Mitgeſchöpfe. Ich hätte ja können lahm geboren werden, und untüchtig ſelbſt zur Eichhornjagd, oder blind, was mich mir ſelbſt wie meinen Freunden zu einer Laſt gemacht hätte, oder des Gehörs entbehrend, was mich ganz unfähig gemacht haben würde, ins Feld und auf Kundſchaft zu ziehen, worauf ich doch rechne, als einen Theil von des Mannes Pflichten in unruhigen Zeiten. Ja, ja; es iſt nicht angenehm, ich will es geſtehen, Leute zu ſehen, die hübſcher, und mehr geſucht und geehrt ſind, als man ſelbſt iſt; aber es läßt ſich Alles ertra⸗ gen, wenn ein Mann dem Uebel ins Geſicht ſchaut, und ſeine Ga⸗ ben und Verpflichtungen nicht mißkennt.“
Hurry war im Weſentlichen ein herzguter wie ein gutmü⸗ thiger Geſell, und die Selbſterniedrigung ſeines Genoſſen trug den vollſtändigen Sieg über das flüchtige Gefühl perſönlicher Eitelkeit davon. Ihn reute die Anſpielung, die er auf das Aeußere ſeines
Der Wildtödter. 3. Aufl. 4


