für die Wildniß ſind. So wäre es für einen Weißen eine große Sünde einen Todten zu ſkalpiren, während es bei einem Indianer eine hohe Tugend iſt. Ferner, ein weißer Mann darf nicht Weiber und Kinder im Krieg meuchlings niedermachen, während eine Roth⸗ haut es darf. Es iſt grauſame Arbeit, das geb' ich zu; aber für ſie iſt es eine erlaubte That, während es für uns eine ſchmähliche That wäre.“
„Das hängt von Eurem Feind ab. Was das betrifft, einen Wilden zu ſkalpiren, oder ſelbſt ihm die Haut abzuziehen, ſo ſehe ich das ungefähr ebenſo an, wie wenn man einem Wolf die Ohren abſchneidet, wegen des ausgeſetzten Preiſes, oder einem Bären die Haut abſtreift. Und dann ſeyd Ihr mächtig auf dem Holzweg, daß Ihr Euch der Rothhäute ſo annehmt, da doch die Colonie ſelbſt einen Preis für den Handel geboten hat; ebenſo wie ſie für Wolfsohren und Krähenköpfe einen zahlt.“
„Ja, und eine ſchlechte Sache iſt das, Hurry. Die Indianer ſelbſt ſchreien Pfui darüber, weil es gegen der Weißen Gaben iſt. Ich behaupte nicht, daß Alles, was weiße Männer thun, eigent⸗ lich chriſtlich iſt, und dem ihnen verliehenen Lichte gemäß, denn dann wären ſie was ſie ſeyn ſollten, was ſie, wie wir wiſſen, nicht ſind; aber ich will behaupten, daß Ueberlieferung und Ge⸗ bräuche und Farbe und Geſetze ſolch einen Unterſchied bei den Racen machen, daß es auf die Gaben einwirkt. Ich läugne nicht, daß unter den Indianern Stämme ſind, von Natur ſchon verkehrt und ruchlos, wie es ſolche Nationen gibt unter den Weißen. Die Mingo's nun rechne ich zu Jenen, und die Franzmänner, in den Canada's, zu Dieſen. In einem rechtmäßigen Kriegszuſtand, wie wir ſeit Kurzem haben, iſt es Pflicht, alle mitleidigen Gefühle nie⸗ derzuhalten gegen Beide, was Leben und Tod betrifft; aber wenn es ſich um Skalpiren handelt, iſt es eine ganz andre Sache.“
„Nehmt doch nur Vernunft an, wenn's Euch beliebt, Wild⸗ tödter, und ſagt mir, ob die Colonie ein ungeſetzliches Geſetz
r


